Haus SeiteDie Letzke Schlacht Des Teufels - RückblickDie Letzke Schlacht Des Teufels - Vorwort des HerausgebersBroschüreAnordnung Nun bei post Oder Kreditkarte

Alfredo Kardinal Ottaviani war der Sekretär des Heiligen Offiziums unter den Päpsten Pius XII., Johannes XXIII. und Paul VI. Er hatte das dritte Geheimnis gelesen und bestätigte, dass es auf einem Blatt Papier niedergeschrieben war.
Es war Kardinal Ottaviani, der vor dem Konzil richtigerweise modernistische Theologen unterdrückte, sowie P. Karl Rahner. Dennoch war P. Rahner, unten zu sehen mit dem jungen Josef Ratzinger, unter den progressiven Theologen, die dem Zweiten Vatikanum seine entscheidende Richtung gaben, obwohl er seine modernistischen Ansichten nie geändert hatte.

6. KAPITEL

Das Motiv setzt sich fest

        Um 1948, auf die Bitte des unerschütterlich rechtgläubigen Kardinals Ruffini, zog Pius XII. die Einberufung eines allgemeinen Konzils in Erwägung und verbrachte sogar einige Jahre mit den nötigen Vorbereitungen. Es gibt Beweise, dass progressive Elemente in Rom schliesslich Pius XII. davon abbrachten, es zu verwirklichen, da dieses Konzil ausdrückliche Hinweise gab, mit Humani Generis im Einklang zu sein. So wie dieses grosse Rundschreiben von 1950, würde dieses Konzil “falsche Ansichten, die die Grundlagen der katholischen Lehre zu untergraben drohen” bekämpfen

        Zur gleichen Zeit drangen die “Irrtümer Russlands,” auf die die Muttergottes von Fatima hinwies, in die Kirche selbst ein. Verschiedene katholische Orden wurden infiltriert. Zum Beispiel war die sogenannte “Katholische Arbeiterpriesterbewegung” so deutlich von Kommunisten infiltriert, dass Pius XII. sie in den Fünfzigerjahren aufhob.

        Tragischerweise kam Pius XII. zur Überzeugung, dass er in den Jahren zu fortgeschritten wäre, um die monumentale Aufgabe eines Konzils auf sich zu nehmen und er fand sich mit dem Gedanken ab, dass “dies eine Aufgabe für seinen Nachfolger” sein würde.

        Während des Pontifikates Pius XII. bewahrte das Heilige Offizium unter der fähigen Führung des Kardinal Ottaviani eine sichere katholische Landschaft, indem er die wilden Pferde des Modernismus in sicherer Umzäunung hielt. Viele der heutigen modernistischen Theologen erzählen verächtlich, wie ihnen und ihren Freunden in diesem Zeitraum “der Maulkorb angelegt” war.

        Aber selbst Ottaviani konnte nicht verhindern, was 1958 geschehen würde. Eine neue Art von Papst, “von dem die Progressisten glaubten, er würde ihre Sache unterstützen” würde den päpstlichen Stuhl besteigen und würde einen zögernden Ottaviani zwingen, das Schloss zu entfernen, die Umzäunung zu öffnen und alle Kräfte zusammenzunehmen für die Stampede. Dennoch war eine solche Sachlage nicht unvorhergesehen. Anlässlich der Nachricht vom Tode Pius XII. meinte der alte Dom Lambert Beauduin, ein Freund von Kardinal Roncalli (dem zukünftigen Papst Johannes XXIII.) im Vertrauen zu P. Louis Bouyer: “Wenn sie Roncalli wählten, wäre alles gerettet; er wäre imstande, ein Konzil einzuberufen und den Ökumenismus anzuerkennen.”

        An diesem Punkt in diesem Buch muss unterstrichen werden, besonders für den nichtkatholischen Leser, dass die Veränderungen in der Grundorientierung der Kirche, die wir hier diskutieren werden, ohne Präzedenzfall sind und die wahrscheinlich schlimmste Krise in ihrer Geschichte darstellen.

        Und so geschah es, wie Dom Lambert vorhergesaagt hatte. Roncalli wurde gewählt und als JohannesXXIII. berief er ein Konzil ein und anerkannte den Ökumenismus. Die von der Alta Vendita prophezeite “Revolution in Tiara und Chormantel” war in die Wege geleitet.

        Und eine der ersten Handlungen der Revolution war, mit dem dritten Geheimnis von Fatima aufzuräumen. Entgegen den Erwartungen der ganzen Welt, veröffentlichte der Vatikan am 8. Februar 1960 (ca. ein Jahr, nachdem das Konzil einberufen worden war) die folgende anonyme Ankündigung durch die A.N.I.-Presseagentur:

        Vatikanstadt, 8. Februar 1960 (ANI) - Es ist wahrscheinlich, dass das “Geheimnis von Fatima” nie veröffentlicht werden wird. In vertrauenswürdigen vatikanischen Kreisen hat man eben dem Räpresentanten der United Press International erklärt, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass der Brief nie geöffnet werden wird, in dem Schwester Lucia die Worte niedergeschrieben hatte, die die Jungfrau den drei Hirtenkindern von der Cova da Iria anvertraut hatte.... Es ist höchstwahrscheinlich, dass das “Geheimnis von Fatima” für immer unter absolutem Siegel bleiben wird.

        In dem selben Kommuniqué finden wir den ersten Angriff vatikanischer Quellen auf die Glaubwürdigkeit der Fatimabotschaft als solcher:

        Obwohl die Kirche die Erscheinungen von Fatima anerkennt, garantiert sie die Wahrhaftigkeit der Worte, die die drei Hirten von der Gottesmutter gehört zu haben behaupten nicht.

        Behaupten gehört zu haben? Könnte es denn irgendeinen Zweifel an der Wahrhaftigkeit ihrer Auussagen geben, nach dem Sonnenwunder? Kann es da irgend eine Frage geben, dass sie eine authentische Prophezeiung des Himmels erhielten, wenn man bedenkt, dass jede Vorhersage der Botschaft bis dato völlig erfüllt worden war - vom bevorstehenden Ende des Ersten Weltkrieges, zur Verbreitung der Irrtümer Russlands und zum Beginn des Zweiten Weltkrieges nach der Wahl Pius XI.?

        Dieses Kommuniqué bezweifelt öffentlich die Wahrhaftigkeit von Lucia, Francisco und Jacinta. Entsprechend hat Schwester Lucia seit 1960 auf Geheiss der römischen Kurie Schweigepflicht, damit sie sich gegen die implizite Anklage, dass ihre Aussagen unzuverlässig sind, nicht verteidigen kann. Die Dokumente in den offiziellen Fatimaarchiven (mehr als 5000 Dokumente in 24 Bänden), die P. Alonso von 1965-1976 zusammenstellen wird, werden an der Veröffentlichung gehindert werden, obwohl diese Dokumente bestätigen, dass die Prophezeiungen von Fatima in den ersten beiden Teilen des Geheimnisses von Schwester Lucia lange vor ihrem Eintreten privat geoffenbart worden waren und ihre Aussagen völlig korekt und zuverlässig waren.

        Zunächst einmal, bevor das Konzil begann, geschah ein weiterer Verrat an der Botschaft von Fatima, ein Zeichen weiterer unerhörter Ereignisse, die noch kommen sollten. Eugene Kardinal Tisserant traf sich im Frühjahr 1962 in Metz, Frankreich, mit niemand geringerem als dem Metropoliten Nikodim der russisch-orthodoxen Kirche - ein KGB Agent wie die anderen orthodoxen Prälaten. Bei diesem Treffen verhandelten Tisserant und Nikodim über den - wie er bekannte werden würde - Vetrag von Metz, bekannt auch als der Vatikan-Moskau-Vertrag. Die Existenz dieses Vertrages ist ein historisch unwiderlegbares Faktum, in all seinen Einzelheiten von Mons. Roche, dem persönlichen Sekretär von Kardinal Tisserant.

        In seiner Substanz enthielt der vertrag folgendes: Papst Johannes würde gemäss seinem brennenden Wunsch der “Gefallen” getan, dass zwei russisch-orthodoxe Beobachter am Konzil teilnehmen würden. Dafür würde die katholische Kirche damit übereinstimmen, dass das Zweite Vatikanische Konzil von jeglicher Verurteilung des Sowjetkommunismus oder Sowjetusslands Abstand nehmen würde. Im Wesen würde das Konzil also die moralische Freiheit kompromittieren, indem es vorgab, das die systematischeste Form menschlicher Bosheit in der Geschichte nicht existierte - obwohl gerade in dem Moment, in dem das Konzil eröffnet wurde, die Sowjets Millionen von Katholiken verfolgten, einsperrten und ermordeten.

        Nachdem die Freiheit der Kirche in einem Handel mit den Kommunisten dermassen eingeschränkt war, unterliess es das Konzil, den Kommunismus auch nur zu erwähnen. Durch diese Unterlassung wich das Konzil von den Lehren der Päpste Pius IX, Leo XIII., Pius X. und Pius XI. ab, die die Kirche daran erinnerten, dass wir es nicht unterlassen dürfen, dieses unvergleichliche Übel zu verurteilen. So sagte Pius XI. in Divini Redemptoris:

Ganze Völker sind in Gefahr, in eine noch grauenvollere Unkultur zurückzusinken, als wie sie noch über dem grösseren Teil des Erdkreises lag, als der Erlöser erschien.

        Wir sprechen, wie Ihr, Ehrwürdige Brüder, schon erraten habt, vom bolschewikischen und atheistischen Kommunismus, der die Welt so furchtbar bedroht und darauf ausgeht, die soziale Ordnung umzustürzen und die Fundamente der christlichen Kultur zu untergraben.        Angesichts einer solchen Bedrohung konnte und kann die katholische Kirche nicht schweigen. Nicht schwieg insbesondere der Apostolische Stuhl, der es als seine eigenste Sendung betrachtet, die Wahrheit und die Gerechtigkeit sowie all jene ewigen Güter zu verteidigen, die der Kommunismus verkennt und bekämpft.

        Dennoch würde das Konzil kein Wort verlieren über den Sowjetkommunismus, sondern einen “Dialog” mit genau den Mächten beginnen, die die Kirche einstmals bekämpft hat.

        Wie konnte das geschehen? Sicher war es kein Zufall, dass das Schweigen des Konzils so mit der kommunistischen Infiltration der Kirche übereinstimmte, die ja kurz vor dem Konzil von Schlüsselzeugen, die kein Motiv hatten zu lügen, geoffenbart worde war (Dodd, Hyde, Golitsyn, Mitrokhin, etc.). Auch ohne solche Zeugen muss uns ja unser gesunder Menschenverstand sagen, dass die Mächte des Kommunismus (zusammen mit denen der Freimaurerei) unvermeidlich versuchen würden, die Kirche von innen her zu zerstören. Der Satan ist intelligent genug zu wissen, dass die katholische Kirche jene eine Zitadelle ist, die er in seinem Bemühen, die ganze Welt für das Reich der Finsternis zu erobern, erstürmen muss.

        Das war also der Stand der Dinge in der Kirche zu jenem Zeitpunkt, da das Zweite Vatikanische Konzil unrechtmässig dazu gezwungen wurde, dem Übel des Kommunismus gegenüber sein schändliches Schweigen zu bewahren. Und, man bräuchte es gar nicht erwähnen, gemäss dem Pakt zwischen dem Vatikan und Moskau konnte es absolut nicht in Frage kommen, dass die Konzilsväter Russland dem Unbefleckten Herzen Mariae weihen, um seine Bekehrung herbeizuführen. Dieser frühe Wechsel zu einer Neuorientierung der Kirche, die das Konzil auf dramatische Weise beschleunigen würde, war bereits im Konflikt mit der Botschaft von Fatima.

        Und so geschah es seit dem Treffen in Metz, das den Beginn der konziliaren und der nachkonziliaren Ostpolitik darstellt, jener, vom Kardinalstaatssekretär geprägten Politik, unter der die Kirche aufgehörte hat mit jeglicher Verurteilung oder Bekämpfung von kommunistischen Regimen zugunsten eines “Dialogs” oder einer “Ruhepolitik,” die den Vatikan bis heute davon abgehalten haben, sich zur grausamen Verfolgung der Kirche in Rotchina zu äussern.

        So verliessen am 12. Oktober 1962 zwei Delegationspriester der Orthodoxen Kirche ihr Flugzeug am römischen Aeroporto di Fiumicino und nahmen am Zweiten Vatikanischen Konzil teil. Das Konzil begann mit diesen Beobachtern, die sich versicherten, dass der Pakt von Metz eingehalten würde. Die schriftliche Intervention von 450 Konzilsvätern gegen den Kommunismus ging mysteriöserweise “verloren,” nachdem sie an das Konzilssekretariat ausgeliefert worden war, und Konzilsväter, die aufstanden, um den Kommunismus zu denunzieren, wurden aufgefordert, sich hinzusetzen und zu schweigen.

        Am 13. October 1962, am Tag nachdem zwei kommunistische Beobachter beim Konzil angekommen waren, und am 45. Jahrestag des Sonnenwunders in Fatima, wurde die Geschichte der Kirche und der Welt durch eine Winzigkeit zutiefst verändert. Kardinal Liénart aus Frankreich riss in einem berühmten Zwischenfall das Mikrophon an sich und verlangte, dass die von der römischen Kurie vorgeschlagenen Kandidaten für den Vorsitz der Vorbereitungskommissionen des Konzils nicht beachtet würden und eine neue Liste von Kandidaten aufgestellt würde. Der Forderung wurde nachgegeben und die Wahl verschoben. Als die Wahl schliesslich stattfand, wurden Liberale in Mehrheit oder Fast-Mehrheit in die Konzilskommissionen gewählt - viele von ihnen unter eben jenen, von Kardinal Pacelli vorhergesehenen “Erneuerern.” Die trditionell formulierten Vorbereitungsschemata für das Konzil wurden verworfen und das Konzil begann tatsächlich ohne schriftliche Vorbereitungen, was den für völlig neue, von den Liberalen verfasste Dokumente offenliess.

        Es ist wohlbekannt und hervorragend dokumentiert, dass eine Clique liberaler Theologen (periti) und Bischöfe vom Zweiten Vatikanum mit dem Plan Besitz ergriffen, die Kirche durch Einpflanzung einer “neuen Theologie” nach ihrem eigenen Bild neuzugestalten. Kritiker und Verteidiger des Zweiten Vatikanums sind sich in diesem Punkt einig. Bischof Aloysius J. Wycislo (ein überschwenglicher Verteidiger der Revolution des Zweiten Vatikanums) erklärt in seinem Buch, Das II. Vatikanum wieder besucht, mit Begeisterung: “Theologen und Bibelforscher, die jahrelang «im Nebel» gestanden waren, tauchten als periti [theologische Experten, die die Bischöfe beim Konzil berieten], und ihre Bücher nach dem Zweiten Vatikanum wurden zum populären Lesestoff.”

        Er bemerkte, dass “Papst Pius XII. Rundschreiben Humani Generis einen vernichtende Auswirkung auf die Arbeit einer Anzahl vorkonziliarer Theologen” hatte, und erklärte: “Während der ersten Vorbereitungen auf das Konzil, waren jene Theologen (hauptsächlich Franzosen, mit einigen Deutschen), deren Aktivitäten von Papst Pius XII. beschränkt worden waren, noch im Nebel. Papst Johannes hob in aller Stille den Bann, der noch auf die einflussreichsten wirkte. Trotzdem blieb eine Anzahl den Beamten des Heiligen Offiziums verdächtig.”

        An diesem Punkt ist für uns der Augenzeugenbericht des Mons. Rudolf Bandas, selbst einer der periti des Konzils für unseren Fall von entscheidender Bedeutung:

        Zweifellos glaubte der gute Papst Johannes, dass diese verdächtigen Theologen ihre Ideen geraderichten und der Kirche einen echten Dienst erweisen würden. Aber genau das Gegenteil geschah. Mit der Unterstützung gewisser Konzilsväter vom Rhein und einem manchmal sehr rüden Auftreten, würden sie sich umdrehen und sagen: “Moment, wir sind ernannte Experten und unsere Ideen sind approbiert.” Als ich am ersten Tag der vierten Sitzung, den Sitz in meiner Tribüne am Konzil einnahm, war die erste Verkündigung, sie kam vom Staatssekretär, wie folgt: “Es werden keine Experten mehr ernannt.” Aber es war zu spät. Die grosse Verwirrung hatte begonnen. Es war bereits augenscheinlich, dass es weder Trient, noch Vatikanum I, noch irgendeine Enzyklika erlaubt sein würde, ihr Fortschreiten aufzuhalten.

        Tatsächlich war Johannes XXIII. selbst froh anzukündigen, dass die Kirche mit diesem Konzil, unerklärlicherweise, anfangen würde, mit der Verurteilung von Irrtümern aufzuhören und sich nicht weiter um den schrecklichen Zustand diese Welt Sorgen zu machen. In seiner Eröffnungsrede zum Konzil am 11. Oktober 1962 sagte er:

        Heute dagegen möchte die Braut Christi lieber das Heilmittel der Barmherzigkeit anwenden als die Waffe der Strenge. Sie glaubt, es sei den heutigen Notwendigkeiten angemessener, die Kraft Ganze Völker sind in Gefahr, in eine noch grauenvollere Unkultur zurückzusinken, als wie sie noch über dem grösseren Teil des Erdkreises lag, als der Erlöser erschien.

        Wir sprechen, wie Ihr, Ehrwürdige Brüder, schon erraten habt, vom bolschewikischen und atheistischen Kommunismus, der die Welt so furchtbar bedroht und darauf ausgeht, die soziale Ordnung umzustürzen und die Fundamente der christlichen Kultur zu untergraben

.        Angesichts einer solchen Bedrohung konnte und kann die katholische Kirche nicht schweigen. Nicht schwieg insbesondere der Apostolische Stuhl, der es als seine eigenste Sendung betrachtet, die Wahrheit und die Gerechtigkeit sowie all jene ewigen Güter zu verteidigen, die der Kommunismus verkennt und bekämpft.

        Dennoch würde das Konzil kein Wort verlieren über den Sowjetkommunismus, sondern einen “Dialog” mit genau den Mächten beginnen, die die Kirche einstmals bekämpft hat.

        Wie konnte das geschehen? Sicher war es kein Zufall, dass das Schweigen des Konzils so mit der kommunistischen Infiltration der Kirche übereinstimmte, die ja kurz vor dem Konzil von Schlüsselzeugen, die kein Motiv hatten zu lügen, geoffenbart worde war (Dodd, Hyde, Golitsyn, Mitrokhin, etc.). Auch ohne solche Zeugen muss uns ja unser gesunder Menschenverstand sagen, dass die Mächte des Kommunismus (zusammen mit denen der Freimaurerei) unvermeidlich versuchen würden, die Kirche von innen her zu zerstören. Der Satan ist intelligent genug zu wissen, dass die katholische Kirche jene eine Zitadelle ist, die er in seinem Bemühen, die ganze Welt für das Reich der Finsternis zu erobern, erstürmen muss.

        Das war also der Stand der Dinge in der Kirche zu jenem Zeitpunkt, da das Zweite Vatikanische Konzil unrechtmässig dazu gezwungen wurde, dem Übel des Kommunismus gegenüber sein schändliches Schweigen zu bewahren. Und, man bräuchte es gar nicht erwähnen, gemäss dem Pakt zwischen dem Vatikan und Moskau konnte es absolut nicht in Frage kommen, dass die Konzilsväter Russland dem Unbefleckten Herzen Mariae weihen, um seine Bekehrung herbeizuführen. Dieser frühe Wechsel zu einer Neuorientierung der Kirche, die das Konzil auf dramatische Weise beschleunigen würde, war bereits im Konflikt mit der Botschaft von Fatima.

        Und so geschah es seit dem Treffen in Metz, das den Beginn der konziliaren und der nachkonziliaren Ostpolitik darstellt, jener, vom Kardinalstaatssekretär geprägten Politik, unter der die Kirche aufgehörte hat mit jeglicher Verurteilung oder Bekämpfung von kommunistischen Regimen zugunsten eines “Dialogs” oder einer “Ruhepolitik,” die den Vatikan bis heute davon abgehalten haben, sich zur grausamen Verfolgung der Kirche in Rotchina zu äussern.

        So verliessen am 12. Oktober 1962 zwei Delegationspriester der Orthodoxen Kirche ihr Flugzeug am römischen Aeroporto di Fiumicino und nahmen am Zweiten Vatikanischen Konzil teil. Das Konzil begann mit diesen Beobachtern, die sich versicherten, dass der Pakt von Metz eingehalten würde. Die schriftliche Intervention von 450 Konzilsvätern gegen den Kommunismus ging mysteriöserweise “verloren,” nachdem sie an das Konzilssekretariat ausgeliefert worden war, und Konzilsväter, die aufstanden, um den Kommunismus zu denunzieren, wurden aufgefordert, sich hinzusetzen und zu schweigen.

        Am 13. October 1962, am Tag nachdem zwei kommunistische Beobachter beim Konzil angekommen waren, und am 45. Jahrestag des Sonnenwunders in Fatima, wurde die Geschichte der Kirche und der Welt durch eine Winzigkeit zutiefst verändert. Kardinal Liénart aus Frankreich riss in einem berühmten Zwischenfall das Mikrophon an sich und verlangte, dass die von der römischen Kurie vorgeschlagenen Kandidaten für den Vorsitz der Vorbereitungskommissionen des Konzils nicht beachtet würden und eine neue Liste von Kandidaten aufgestellt würde. Der Forderung wurde nachgegeben und die Wahl verschoben. Als die Wahl schliesslich stattfand, wurden Liberale in Mehrheit oder Fast-Mehrheit in die Konzilskommissionen gewählt - viele von ihnen unter eben jenen, von Kardinal Pacelli vorhergesehenen “Erneuerern.” Die trditionell formulierten Vorbereitungsschemata für das Konzil wurden verworfen und das Konzil begann tatsächlich ohne schriftliche Vorbereitungen, was den für völlig neue, von den Liberalen verfasste Dokumente offenliess.

        Es ist wohlbekannt und hervorragend dokumentiert, dass eine Clique liberaler Theologen (periti) und Bischöfe vom Zweiten Vatikanum mit dem Plan Besitz ergriffen, die Kirche durch Einpflanzung einer “neuen Theologie” nach ihrem eigenen Bild neuzugestalten. Kritiker und Verteidiger des Zweiten Vatikanums sind sich in diesem Punkt einig. Bischof Aloysius J. Wycislo (ein überschwenglicher Verteidiger der Revolution des Zweiten Vatikanums) erklärt in seinem Buch, Das II. Vatikanum wieder besucht, mit Begeisterung: “Theologen und Bibelforscher, die jahrelang «im Nebel» gestanden waren, tauchten als periti [theologische Experten, die die Bischöfe beim Konzil berieten], und ihre Bücher nach dem Zweiten Vatikanum wurden zum populären Lesestoff.”

        Er bemerkte, dass “Papst Pius XII. Rundschreiben Humani Generis einen vernichtende Auswirkung auf die Arbeit einer Anzahl vorkonziliarer Theologen” hatte, und erklärte: “Während der ersten Vorbereitungen auf das Konzil, waren jene Theologen (hauptsächlich Franzosen, mit einigen Deutschen), deren Aktivitäten von Papst Pius XII. beschränkt worden waren, noch im Nebel. Papst Johannes hob in aller Stille den Bann, der noch auf die einflussreichsten wirkte. Trotzdem blieb eine Anzahl den Beamten des Heiligen Offiziums verdächtig.”

        An diesem Punkt ist für uns der Augenzeugenbericht des Mons. Rudolf Bandas, selbst einer der periti des Konzils für unseren Fall von entscheidender Bedeutung:

        Zweifellos glaubte der gute Papst Johannes, dass diese verdächtigen Theologen ihre Ideen geraderichten und der Kirche einen echten Dienst erweisen würden. Aber genau das Gegenteil geschah. Mit der Unterstützung gewisser Konzilsväter vom Rhein und einem manchmal sehr rüden Auftreten, würden sie sich umdrehen und sagen: “Moment, wir sind ernannte Experten und unsere Ideen sind approbiert.” Als ich am ersten Tag der vierten Sitzung, den Sitz in meiner Tribüne am Konzil einnahm, war die erste Verkündigung, sie kam vom Staatssekretär, wie folgt: “Es werden keine Experten mehr ernannt.” Aber es war zu spät. Die grosse Verwirrung hatte begonnen. Es war bereits augenscheinlich, dass es weder Trient, noch Vatikanum I, noch irgendeine Enzyklika erlaubt sein würde, ihr Fortschreiten aufzuhalten.

        Tatsächlich war Johannes XXIII. selbst froh anzukündigen, dass die Kirche mit diesem Konzil, unerklärlicherweise, anfangen würde, mit der Verurteilung von Irrtümern aufzuhören und sich nicht weiter um den schrecklichen Zustand diese Welt Sorgen zu machen. In seiner Eröffnungsrede zum Konzil am 11. Oktober 1962 sagte er:

        Heute dagegen möchte die Braut Christi lieber das Heilmittel der Barmherzigkeit anwenden als die Waffe der Strenge. Sie glaubt, es sei den heutigen Notwendigkeiten angemessener, die Kraftihrer Lehre ausgiebig zu erklären, als zu verurteilen. ... [Bestimmte Personen] meinen nämlich in den heutigen Verhältnissen der menschlichen Gesellschaft nur Untergang und Unheil zu erkennen. Sie reden unablässig davon, dass unsere Zeit im Vergleich zur Vergangenheit dauernd zum Schlechteren abgeglitten sei.... Wir aber sind völlig anderer Meinung als diese Unglückspropheten, die immer das Unheil voraussagen, als ob die Welt vor dem Untergang stünde.

        Aber der Optimismus von Johannes XXIII. stand durchaus im Kontrast zur tiefen Sorge über den Zustand der Welt, was man in vielen Äusserungen seiner unmittelbaren Vorgänger (ganz zu schweigen von Fatima selbst) sehen kann. Mögen drei Beispiele genügen:

        Papst Pius X.:

        Sodann, um das übrige zu übergehen, erschreckte Uns, und zwar am allermeisten, der gegenwärtige, überaus verweifelte Zustand des Menschengeschlechtes. Wem ist es denn verborgen, dass das Zusammenleben der Menschen gegenwärtig mehr als in vergangenen Zeiten von einer überschweren und zuinnerst sitzenden Krankheit bedrückt wird, die von Tag zu Tag schlimmer wird, und die es völlig zersetzt und tödlich hinrafft?... Wer dies ernstlich erwägt, der fürchtet gewiss, dass notwendigerweise diese Verkehrtheit der Seelen eine gewisse erste Probe oder gleichsam einen Anfang der Übel darstellt, die für die Endzeit zu erwarten sind.

        Papst Pius XI.:

        Gott und Jesus Christus wurden aus den Gesetzen und dem öffentlichen Leben verbannt, und man hat die Autorität nicht mehr von Gott, sondern von den Menschen herleiten wollen. So ist es gekommen, dass die Grundlagen der Autorität als solche untergraben wurden: da ja die Hauptursache beseitigt war, aus der heraus die einen das Recht zu befehlen haben, die anderen aber die Pflicht zu gehorchen. Als Folge davon musste die ganze menschliche Gesellschaft zerrüttet werden, weil ihr jetzt jede feste Stütze von oben und jeder Beistand fehlt, wodurch sie aufrecht erhalten wird.

Papst Pius XII.:

        Wir sind von Traurigkeit und Schmerz überwältigt, wenn wir sehen, dass die Bosheit perverser Menschen einen Grad der Gottlosigkeit erreicht hat, der unglaublich und zu anderen Zeiten unbekannt ist.

        Verehrungswürdige Brüder, Ihr wisst, dass fast das ganze Menschengeschlecht sich es heute gefallen lässt, in zwei einander entgegengesetzte Lager getrieben zu werden, für Christus oder gegen Christus. Die menschliche Rasse ist heute in eine höchste Krise verwickelt, die auf ihre Rettung durch Christus, oder ihre Vernichtung hinauslaufen wird.

        Natürlich würde es beim Zweiten Vatikanum zahlreiche Schlachten geben zwischen dem Coetus Internationalis Patrum, der für die Aufrechterhaltung der Dogmata des Glauben und die katholische Tradition kämpfte und der progressistischen Rheinischen Allianz. Dennoch siegte tragischerweise das liberale und modernistische Element, losgelassen durch den Optimismus Johannes XXIII., dass die Wahrheit aus ihrer eigenen Kraft siegen würde ohne die Hilfe irgendwelcher medizinischer Verurteilungen durch das Lehramt. Bischof Wycislo singt das Loblied der triumphierenden Progressisten wie Hans Küng, Karl Rahner, John Courtney Murray, Yves Congar, Henri de Lubac, Edward Schillebeeckx und Gregory Baum, die vor dem Konzil (mit gutem Grund) als verdächtig angesehen worden waren, jetzt aber die führenden Leuchten der Theologie nach dem Zweiten Vatikanum sind.        Im Effekt hatten diejenigen, die Pius XII. für ungeeignet gehalten hatte, die Strassen des Katholizismus abzuschreiten, jetzt die Kontrolle über die Stadt. Und, fast um ihre Errungenschaften zu krönen, wurden kurz nach der Schliessung des Konzils der Antimodernisteneid und der Index der verbotenen Bücher in aller Stille aufgehoben, eine Entscheidung, die Bischof Graber als unverständlich ansah. Der heilige Pius X. hatte es richtig vorausgesehen. Ein Mangel an Wachsamkeit der Autorität hatte es dem Modernismus erlaubt erst recht zurückzukehren.

        Wollen wir nun zwei Beispiele “neuer” Theologen erörtern, die auf die Kirche losgelassen wurden, um ihr Werk der Zerstörung anzurichten: Marie Dominique Chenu und Hans Küng.

        Chenu war ein Verteidiger der Neuen Theologie, die durch Henri de Lubac berühmt geworden war. Chenu erfuhr 1942 eine Verurteilung seiner progressiven Ideen unter Pius XII. Sein Buch, Eine Schule der Theologie, wurde auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt und er verlor sein Rektorat des Dominikanerkollegs von Le Saulchoir. P. David Greenstock, der in den Fünfzigerjahren in Der Thomist gegen die Neue Theologie von Chenu und de Lubac schrieb, erklärte die Gefahren ihres Systems und den Grund für ihre Verurteilung. Greenstock wies darauf hin, dass die Partisanen der Neuen Theologie die aristotelisch-thomistische Philosophie zugunsten moderner Philosophien zurückweisen. Dies muss geschehen, so behaupten sie, um an den “modernen Menschen” zu appellieren, der die thomistische Philosophie irrelevant fände. Das Ergebnis ist, dass die katholische Theologie, ihrer festen, philosophischen Grundlage beraubt, in die fliessenden philosophischen Systeme des zwanzigsten Jahrhunderts, die meisten von ihnen auf dem Atheismus und Agnostizismus basierend, getrieben wird.

        Chenu wies auch die Unveränderlichkeit der katholischen Lehre zurück, indem er behauptete, dass die Quelle aller Theologie nicht das unveränderliche Dogma, sondern das “vitale Leben” der Kirche in ihren Gliedern, das nicht von der Geschichte getrennt werden könnte sei. Daher, streng genommen, so sagt

Greenstock, behauptete Chenu, sei “die Theologie eher das Leben der Glieder der Kirche als eine Reihe von Schlussfolgerungen aus offenbarten Fakten unter Zuhilfenahme der Vernunft,” ein sehr schlüpfriges, ungenaues und sogar irriges Prinzip. Als Ergebnis davon behauptete Chenu, dass die Religion sich mit der Zeit verändern kann und sich mit der Zeit verändern sollte, entsprechend den Anforderungen der Zeitumstände.

        Greenstock erklärte, dass die Partisanen dieser Neuen Theologie sowohl unorthodox als auch hinterlistig wären. Er schrieb:

        Die wichtigste Behauptung des Partisanen dieser neuen Bewegung ist, dass die Theologie mit der Zeit gehen muss, um am Leben zu bleiben. Gleichzeitig achten sie aber sehr darauf, alle grundsätzlichen Lehrsätze der traditionellen Theologie zu wiederholen, fast schon als ob es keine Absicht gäbe, sie anzugreifen. Das trifft vor allem zu auf Autoren wie die Patres de Lubac, Daniélou, Rahner,... die alle zweifelsfrei im Zentrum dieser neuen Bewegung stehen.        Der eminente Dominikanertheologe, P. Reginald Garrigou Langrange, zeigte 1946 in seinem berühmten Essay “Wohin führt uns die Neue Theologie?” dass die Autoren der Neuen Theologie (Blondel, de Lubac, Chenu) das Konzept der Unveränderlichkeit der Wahrheit völlig pervertieren. Daher, so warnte er, kann die Neue Theologie nur in eine Richtung führen - geradewegs zurück zum Modernismus.

        Während sich all dies ereignete, erfreuten sich die Patres Chenu und de Lubac hinter den Kulissen des Schutzes und der Förderung des Erzbischofs von Paris, Kardinal Suhard. Suhard meinte zu Chenu, er solle sich keine Sorgen machen, denn “in zwanzig Jahren wird jeder in der Kirche so sprechen wie Sie.” Wie wir sehen können, prophezeite der Kardinal akkurat die Invasion der Kirche durch das neomodernistische Denken. Die meisten Kirchenmänner heute sprechen tatsächlich wie Chenu. In den frühen Sechzigerjahren war P. Chenu einer der vielen radikalen Theologen, die von Johannes XXIII. zum Zweiten Vatikanum eingeladen worden waren. Dank der progressiven Ausrichtung des Konzils, sah P. Chenu am Schluss viele seiner formell verurteilten Theorien als Teil der neuen Lehren des Zweiten Vatikanums, besonders in Gaudium et Spes gefördert. Chenu erzählt mit Freude, dass gerade jene Punkte, die 1942 verurteilt worden waren, jetzt im Namen des Konzils von den Mitgliedern der Hierarchie befürwortet würden.

        Was Hans Küng anbelangt, so hat dieses “Führungslicht” der nachkonziliaren Zeit beim Konzil engst mit anderen Radikalen, wie etwa Congar, Ratzinger, Rahner und Schillebeeckx zusammengearbeitet. In den Siebzigerjahren aber, weil er “zu weit gegangen” war, wurde er von der Kurie wegen bestimmter häretischer Ansichten zensuriert, wie etwa: Zurückweisung der kirchlichen Unfehlbarkeit; die Behauptung, dass die Bischöfe ihre Lehrautorität nicht von Christus erhielten; die Idee, dass alle getauften Laien die Vollmacht hätten, die Hl. Eucharistie zu feiern; die Leugnung, dass Christus mit dem Vater consubstantialis ist; die Unterminierung verschiedener unspezifizierter Lehren über die Jungfrau Maria.       

Man muss unterstreichen, dass das nur einige von Küngs häretischen Ansichten sind, aber alleine sie wurden in den kurialen Sanktionen angeführt. Somit liess die Kurie die anderen heterodoxen Thesen Küngs praktisch unberührt. So leugnet Küng zum Beispiel in seinem berühmten Buch Christ Sein die Göttlichkeit Christi, die Wunder des Evangeliums, die leibliche Auferstehung Christi, die Stiftung der Kirche durch Christus und die unblutige Erneuerung des Kalvarienopfers in der Messe.       

Küng hat diese häretischen Behauptungen nie zurückgezogen. Vielmehr hat Küng öffentlich eine Revision der Lehre der Kirche über die päpstliche Unfehlbarkeit, Zwangszölibat, Frauenweihe und Geburtenkontrolle verlangt. Trotz dieser dreisten Zurückweisung der Lehre der Kirche, war die einzige Strafe, die die Kurie je über Küng verhing, der Entzug des Titels als katholischer Theologe und der damit verbundenen Lehrerlaubnis für Universitäten. Diese “Strafe” wurde umgangen als die Universität Küngs in Tübingen einen Teil ihrer Struktur veränderte, sodass der gefeierte Küng in jenem Teil der Universität, der nun als “weltlich” registriert ist, weiterhin unterrichten kann.       

Währenddessen hat die Kurie Küng nie als Häretiker verurteilt, ihn nie exkommuniziert (wie das Kirchenrecht verlangt), nie gefordert, dass seine Bücher von den Bibliotheken katholischer Seminare und Universitäten (wo man sie massenweise findet) entfernt werden und ihn nie daran gehindert, in katholischen Institutionen als Gastprofessor aufzutreten, sowie seine Artikel in Concilium und anderen progressiven “katholischen” Publikationen zu veröffentlichen. Professor Küng ist nicht einmal suspendiert und ist weiterhin Priester der Diözese Basel ohne jede weitere kanonische Strafverfolgung.       

Das heisst, dass ein Priester, der weiterhin sein häretisches Gift ausspeit, nach wie vor öffentlich Liturgie feiern, predigen und Ratschläge in der Beichte geben kann. Die Kleruskongregation unter Kardinal Castrillón Hoyos lässt in unangerührt. Trotz dieser halben “Verurteilung,” behält Küng seinen Zugang zu verschiedensten und einflussreichen Verteilerstellen, um sein Gift in der Kirche zu verbreiten. Man sagt sogar, dass es Küngs theologische “Durchbrüche” über die Natur der Kirche gewesen wären, die für die “theologische” Grundlage sorgten, die das “Katholisch-Lutheranische Abkommen” von 1999 ermöglichten.       

Zudem noch pries 1998 der mächtigste aller Kirchenfürsten, der Staatssekretär Kardinal Sodano in einer öffentlichen Ansprache am Lateran Küngs “wunderschöne, dem christlichen Geheimnis gewidmeten Seiten” und bezog sich auf den “deutschen Theologen,” obwohl doch gerade dieser Titel ihm angeblich entzogen worden war.       

Die 1942 erfolgte Verurteilung von Chenu war weit strenger. Trotzdem überlebte Chenu das und wurde ein führendes Licht der Konzilskirche, ohne jemals seine irrigen Ansichten zu verändern. Das gleiche gilt für Rahner, Congar, de Lubac und von Balthasar, die vor dem Konzil alle als theologisch suspekt galten, dann aber grosses theologisches Prestige erhielten, ohne jemals eine ihrer heterodoxen Ansichten geändert zu haben. Selbst jemand wie Küng hat allen Grund anzunehmen, dass er, ungeachtet irgendwelcher milden Sanktionen, höchstens eine momentane Schlappe erdulden müsse, ein Schicksal, dass allen “wahren Propheten” widerfährt. So wie Chenu seine häretischen Ansichten dank eines revolutionären Konzils triumphieren sah, so kann auch Küng von der Hoffnung erfüllt sein, dass seine Irrtümer in nicht allzu ferner Zukunft praktisch als der eigentliche Katholizismus erscheinen werden, wenngleich nicht als authentische Lehre, denn so etwas kann die Kirche nie als bindend erklären.       

Aus gutem Grund haben also Progressisten wie Kardinal Suenens, Hans Küng, Louis Bouyer und Yves Congar das Zweite Vatikanum als Revolution, als den Tod einer Ära und den Beginn einer neuen bezeichnet:

        • Kardinal Suenens, der grossen Einfluss auf Papst Paul VI. hatte und der Liebling derjenigen ist, die sich

Charismatiker nennen, freute sich, dass das Zweite Vatikanum das Ende der Tridentinischen Epoche und der Ära vom Ersten Vatikanum wäre.

        • Hans Küng triumphierte: “Im Vergleich mit der nachtridentinischen Epoche der Gegenreformation, räpresentiert das Zweite Vatikanum in seinen grundsätzlichen Charakteristiken eine 180 Grad-Wendung.... Es ist eine neue Kirche, die seit dem Zweiten Vatikanum entstanden ist.”

        • Louis Bouyer, ein französischer Konzilsexperte rief mit Genuss aus, dass der antiprotestantische und der antimodernistische Aspekt der katholischen Kirche “ruhig sterben könne.

        • Ähnlich rief das römische Jesuitenmagazin La Civiltà Cattolica freudig aus: “Mit dem Zweiten Vatikanum wurde das tridentinische Zeitalter für die Kirche abgeschlossen.”

        Diese Aussprüche sind umso gewagter, wenn wir bedenken, dass das Tridentinische Konzil und das Erste Vatikanum dogmatische Konzile waren, deren Lehren niemals verändert, ignoriert, oder im Namen eines “tieferen Verständnisses” neu interpretiert werden können. Das Erste Vatikanum erklärt unfehlbar:

Daher ist auch immerdar derjenige Sinn der heiligen Glaubenssätze beizubehalten, den die heilige Mutter Kirche einmal erklärt hat, und niemals von diesem Sinn unter dem Anschein und Namen einer höheren Einsicht abzuweichen.

        Die Modernisten aber, wie Pius X. warnte, akzeptieren nichts als festgelegt und unveränderlich. Ihr Grundprinzip ist die “Evolution des Dogmas.” Sie bevorzugen die Auffassung, dass die Religion sich zugunsten der veränderten Zeiten anpassen muss. In dieser und anderer Hinsicht entpuppen sich die Hauptakteure des Zweiten Vatikanums als im Modernismus tief verwurzelt.

        Wie es die Autoren der Ständigen Anweisung der Alta Vendita und die von Bella Dodd erwähnten kommunistischen Infiltratoren gehofft hatten, fanden die Begriffe der liberalen Kultur endlich Anklang unter den Grössen der katholischen Hierarchie. Sie jubeln, dass den Katholiken endlich “das Licht aufgegangen” sei, da es so scheint, als seien viele ihrer maurerischen Grundsätze von der Kirche gutgeheissen worden.        Yves Marsaudon vom Schottischen Ritus pries den, vom Zweiten Vatikanum genährten Ökumenismus in seinem Buch Der Ökumenismus aus der Sicht eines traditionellen Freimaurers. Er sagte:

        Die Katholiken... werden jedoch nicht vergessen dürfen, dass alle Wege zu Gott führen, und sie werden sich mitten in dieser mutigen Auffassung der Gedankenfreiheit behaupten müssen, die - man kann da wirklich von einer Revolution sprechen - aus unseren Freimaurerlogen hervorgegangen ist und sich so herrlich über der Kuppel von Sankt Peter ausgebreitet hat.

        Yves Marsaudon freute sich, hinzuzufügen: “Man kann sagen, dass der Ökumenismus das legitime Kind der Freimaurerei ist.”

        Der nachkonziliare Geist des Zweifels und der Revolution wärmte offensichtlich das Herz des französichen Freimaurers Jaques Mitterand, der bejahend schrieb:

        Es hat sich in der Kirche etwas geändert. Die vom Papst formulierten Antworten auf die brennenden Fragen wie den Zölibat der Priester oder die Geburtenregelung werden innerhalb der Kirche selbst leidenschaftlich bestritten. Das Wort des Papstes wird von gewissen Bischöfen, von Priestern und von Gläubigen in Frage gestellt. Für einen Freimaurer ist ein Mensch, der das Dogma in Frage stellt, bereits ein Freimaurer ohne Schurz.

        Marcel Prelot, ein Senator des Département Doubs in Frankreich, geht noch viel weiter indem er beschreibt, was vorgefallen war. Er schreibt:

        Wir haben eineinhalb Jahrhunderte lang gekämpft, um unseren Anschauungen innerhalb der Kirche zum Durchbruch zu verhelfen, und wir haben unser Ziel nicht erreicht. Endlich ist Vatikanum II gekommen und wir haben triumphiert. Von nun an sind die Thesen und die Prinzipien des liberalen Katholizismus von der heiligen Kirche endgültig und offiziell akzeptiert.

        Die Kommunisten waren über den Ausgang des Konzils genauso erfreut. So erklärte die italienische kommunistische Partei PCI anlässlich ihres elften Parteitages 1964: “Der aussergewöhnliche Aufbruch des Konzils, der zurecht mit den Generalständen von 1789 verglichen wird, hat der ganzen Welt gezeigt, dass die alte politisch-religiöse Bastille in ihren Fundamenten erschüttert ist.” Das offizielle Parteiorgan der italienischen Kommunisten, L'Unità, gab Papst Paul VI. dreist den Rat bezüglich Erzbischof Marcel Lefebvre, der die traditionalistische Opposition gegen die Konzilsliberalen anführte und für eine konziliare Verurteilung des Kommunismus gekämpft hatte: “Werden Sie sich der Gefahr bewusst, die Lefebvre darstellt und setzen Sie die grossartige, mit dem Ökumenismus des II. Vatikanums begonnene Annäherung fort.”

        All dies sollte einen nicht überraschen. Für jeden der Augen hatte, war es klar einsichtlich, dass das Zweite Vatikanum von Ideen eingenommen schien, die Pius IX. im Syllabus verurteilt hatte. Dies geschah nicht durch Zufall, sondern war beabsichtigt. Die Progressisten beim zweiten Vatikanum vermieden die Verdammung modernistischer Irrtümer. Ebenso fügten sie absichtlich Zweideutigkeiten in die Konzilstexte ein, die sie nach dem Konzil auszuwerten gedachten.

        Diese Zweideutigkeiten wurden gebraucht, um einen Ökumenismus zu fördern, der von Pius XI. verurteilt worden war, eine Religionsfreiheit, die von den Päpsten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (besonders Pius IX.) verurteilt worden war, eine neue Liturgie gemäss den Richtlinien des Ökumenismus, die Erzbischof Bugnini “eine grössere Errungenschaft der katholischen Kirche” nannte, eine Kollegialität, die in das Herz des päpstlichen Primates stiess und “eine neue Einstellung zur Welt” - besonders in einem der radikalsten aller Konzilsdokumente, Gaudium et Spes.

        Sogar Kardinal Ratzinger gab zu, dass Gaudium et Spes vom Denken Teilhard de Chardins durchdrungen ist.

        Wie Paul VI. acht Jahre nach dem Konzil selbst zugab, “wurde die Öffnung zur Welt eine wirkliche Invasion der Kirche durch weltliches Denken. Vielleicht waren wir zu schwach und unvorsichtig.” Nur drei Jahre nach dem Konzil gab er zu:

        Die Kirche findet sich in einer Stunde der Unruhe, der Selbstkritik, man möchte sagen, sogar der Selbstzerstörung! Es ist wie ein innerer, akuter und komplizierter Umsturz, auf den niemand nach dem Konzil gefasst war.

        !972 beschwerte sich Paul VI. mit der wahrscheinlich ungewöhnlichsten, jemals von einem Summus Pontifex gemachten Bemerkung: “Der Rauch Satans ist durch irgendeinen Riss in den Tempel Gottes eingedrungen.”

        Betrachten wir einige der offensichtlichsten Gründe für die Eingeständnisse dieses Papstes:

        Mit dem Zweiten Vatikanum begann das grosse Unterfangen der Zusammenarbeit mit den Mächten dieser Welt. Das wird nirgendwo deutlicher als in Gaudium et Spes, das da erklärt: “Durch beharrliches Studium solle sie [die Bischöfe und Priester] sich fähig machen, zum Dialog mit der Welt und mit Menschen jedweder Weltanschauung ihren Beitrag zu leisten.” Jetzt wird man einwerfen: Was ist denn falsch an einer friedlichen Zusammenarbeit und einem Dialog mit Menschen jedweder Weltanschauung auf jenen Gebieten, wo die Kirche eine Art Grundübereinstimmung finden kann. Auch hie warnten die vorkonziliaren Päpste vor den Täuschungen und Listen des Teufels in der Maske des Guten. In genauer Referenz auf die Zusammenarbeit und den Dialog mit den Kommunisten in Angelegenheiten, die scheinbar der ganzen Welt gemeinsam sind - was wirklich der Aufruf des Teufels an die Kirche ist, ihre Waffen zu strecken und sich mit dem Feind zu verbünden - warnte uns Pius XI.:

        Im Anfang zeigte sich der Kommunismus, wie er war: in seiner ganzen Verruchtheit. Bald aber schon wurde er gewahr, dass er auf solche Weise sich die Völker entfremde; und so änderte er seine Taktik und versucht nun die Massen zu ködern mit verschiedenen Täuschungen, indem er seine wahren Absichten hinter Ideen verbirgt, die an und für sich gut sind und anziehend.... So gründen sie unter Benennungen, die auf den Kommunismus nicht einmal anspielen, Vereinigungen und Zeitschriften, die dann einzig dazu dienen, ihre Ideen in Kreise zu bringen, die ihnen sonst nicht leicht zugänglich sind. Ja, sie suchen sogar durch Trug und List, in katholische und religiöse Vereinigungen einzudringen. So laden sie, ohne auch nur irgendwie von ihren ruchlosen Grundsätzen abzugehen, die Katholiken ein, mit ihnen auf dem sogenannten humanitären und karitativen Gebiet zusammenzuarbeiten und machen gelegentlich Vorschläge, die in allem dem christlichen Geist und der Lehre der Kirche entsprechen.... Sorget dafür, Ehrwürdige Brüder, dass sich die Gläubigen nicht täuschen lassen! Der Kommunismus ist in seinem innersten Kern schlecht, und es darf sich auf keinem Gebiet mit ihm auf Zusammenarbeit einlassen, wer immer die christliche Kultur retten will.

        Pius XI. hätte nicht deutlicher sein können über die Pflicht, den Dialog und die Zusammenarbeit mit den Kommunisten zu vermeiden. Warum? Die Italiener sagen: “Dimmi con chi vai, e ti dirò che sei” (Sag mir, mit wem du gehst und ich werde dir sagen, was du bist). Pius XI. erkannte, wenn man sich mit einer bestimmten Kategorie von Leuten einlässt, dann wird man unweigerlich beeinflusst und wird wie sie, trotz des eigenen Selbst. Wenn jemand mit den Mächten dieser Welt kollaboriert, werden sie versuchen, ihn zu verführen; dann wird er wie sie werden. Das gilt in gleichem Masse für die Kirche und ihre Glieder. Sie öffnete sich der Welt und die Irrtümer Russlands und dessen Kampf gegen die Tradition kamen herein.

        Jene “Konservativen,” die leugnen, dass verschieden Punkte im Zweiten Vatikanum einen Bruch mit der Tradition und früheren Äusserungen des Lehramtes - wenigstens durch Zweideutigkeit, tieferen Sinn und Auslassungen - begründen, haben es versäumt, den eigentlichen Bewegern und Aufrührern des Konzils zuzuhören, die dies schamlos bestätigen.

        Yves Congar, einer der Verfertiger der Reform, bemerkte mit stiller Genugtuung, dass “die Kirche friedlich ihre Oktoberrevolution vollzogen” hat. Congar gab auch zu, dass die Erklärung der Religionsfreiheit des Zweiten Vatikanums dem Syllabus von Pius IX. entgegensteht. Im Hinblick auf Artikel 2 dieser Erklärung sagte er:

        Es kann nicht geleugnet werden, dass ein Text wie dieser materiell etwas anderes sagt, als der Syllabus von 1864, und beinahe sogar das Gegenteil der Sätze 15 und 77-79 dieses Dokumentes.

        Schliesslich schrieb vor einigen Jahren Kardinal Ratzinger, scheinbar unbewegt durch das Eingeständnis, dass er den Konzilstext Gaudium et Spes für einen “Gegensyllabus” hält. Er schrieb:

        Wenn man nach einer Gesamtdiagnose für den Text [Gaudium et spes] sucht, könnte man sagen, dass er (in Verbindung mit den Texten über Religionsfreiheit und über die Weltreligionen) eine Revision des Syllabus Pius' IX., eine Art Gegensyllabus darstellt.... Begnügen wir uns hier mit der Feststellung, dass der Text die Rolle eines Gegensyllabus spielt und insofern den Versuch einer offiziellen Versöhnung der Kirche mit der seit 1789 gewordenen neuen Zeit darstellt.... Die Einseitigkeit der Position, die die Kirche unter Pius IX. und Pius X. als Antwort auf die neue Situation, geschaffen durch die neue, von der französischen Revolution hervorgerufene Geschichtsphase einnahm, wurde zum Grossteil via facti korrigiert, besonders in Mitteleuropa, aber es gab immer noch keine Grundaussage über das Verhältnis, das zwischen der Kirche und der 1789 entstandenen Welt herrschen sollte. Tatsächlich blieb in den Ländern mit einer starken katholischen Mehrheit eine grossteils vorrevolutionäre Einstellung bewahrt. Kaum jemand wird heutzutage leugnen, dass der spanische und der italienische Konkordat sich bemühten, zuviel einer Weltanschauung zu bewahren, die mit den Tatsachen nicht länger übereinstimmte. Kaum jemand wird heutzutage leugnen, dass auf dem Gebiet der Erziehung und angesichts der historisch-kritischen Methode in der modernen Wissenschaft, Anachronismen existierten, die sehr stark mit diesem Festhalten an einem obsoleten Verhältnis von Kirche und Staat übereinstimmten.

        Man bedenke die Unverschämtheit eines Kardinals, der zwei der grössten Päpste der Kirchengeschichte in ihren Bemühungen, die Kirche vor den Irrtümern des Liberalismus und Modernismus zu bewahren, einseitig nennt! Gemäss Kardinal Ratzinger “versuchte” die Kirche beim Zweiten Vatikanum die Lehre des seligen Pius IX. und des heiligen Pius X. zu “korrigieren” und zu “widerlegen,” um sich stattdessen mit der farnzösischen Revolution und der Aufklärung zu versöhnen.

        Bemerkenswert ist eine ähnliche Bemerkung des progressistischen Kardinal Suenens, selbst Konzilsvater, der glühend vom “alten Regime” das zu Ende gegangen wäre redete. Die Worte, die er gebrauchte, um das Konzil zu preisen, sind äusserst vielsagend, beklemmend und belastend. Suenens erklärte: “Das Vatikanum II ist das 89 der Kirche.”

        Genau das aber war das Ziel der Alta Vendita. Deswegen hat der selige Pius IX. auch in seinem Syllabus den Satz verurteilt: “Der Römische Papst kann und muss sich mit dem Fortschritt, mit dem Liberalismus, und mit der modernen Zivilisation versöhnen und vereinigen.” Und Pius X. verurteilte die Sillon-Bewegung in Frankreich, deren Mitglieder “nicht davor zurückschreckten, gotteslästerliche Vergleiche zwischen dem Evangelium und der Revolution zu ziehen.”

        Dennoch sagt Kardinal Ratzinger: “Es kann keine Rückkehr zum Syllabus, der vielleicht die erste Stufe der Konfrontation mit dem Liberalismus darstellt, aber nicht die letzte Stufe sein kann geben.” Und was wäre denn die letzte Stufe in dieser Konfrontation mit dem Liberalismus? Scheinbar handelt es sich in Kardinal Ratzingers Ansicht um der Kirche Akzeptanz jener Ideen, die sie einst verurteilte! Den Liberalismus konfrontieren, indem man sich mit seiner Doppelzüngigkeit versöhnt, ist nichts anderes als bedingungslose Unterwerfung.

        Weiterhin muss in Kardinal Ratzingers Ansicht auch die antimodernistische Lehre Pius X. in Pascendi als überholt angesehen werden. 1990 gab die Kongregation für die Glaubenslehre eine “Instruktion für die kirchliche Berufung des Theologen” heraus. In seiner Erklärung der Instruktion vor der Presse behauptete Kardinal Ratzinger, dass gewisse Teile des Magisteriums “nicht als das letzte Wort über den Gegenstand an sich betrachtet werden, sondern mehr als Verankerung in dem Problem dienen, vor allem aber als Ausdruck pastoraler Umsicht, eine Art der temporären Disposition.” Als Beispiele für diese “temporäre Disposition” zitierte er “die Äusserungen der Päpste des letzten Jahrhunderts über die Religionsfreiheit, so wie die antimodernistischen Entscheidungen am Anfang dieses Jahrhunderts.”

        In Wahrheit sind Kardinal Ratzingers Kommentare beängstigend, insbesondere, da von jenem Mann, der als Präfekt der Heiligen Kongregation für den Glauben die Überwachung der Reinheit der katholischen Lehre leitet.

        So wie der Versuch, die Kirche mit den Prinzipien der französischen Revolution zu versöhnen, die einstmals vehemente Opposition der Kirche gegenüber den Zeitirrtümern neutralisieren würde, so würde das am Konzil begonnene “ökumenische Wagnis” bald das praktische Aufgeben jeglicher Bemühungen, Protestanten und Schismatiker zum katholischen Glauben zu bekehren - wie bei der Bekehrung Russlands - bedeuten.

        Zur gleichen Zeit, als das Konzil die “ökumenische Bewegung” - 35 Jahre, nachdem Pius XI. sie in Mortalium Animos verurteilt hatte - umarmte, brachte das Konzilsdokument Lumen Gentium die ganze Lehre der katholischen Kirche als der einzig wahren in Verwirrung. Das Konzil sagt: “Die Kirche... ist verwirklicht [subsistit] in der katholischen Kirche...”

        Das erzeugt Verwirrung. Warum verkündet das Dokument nicht klar das, was die Kirche immer gelehrt hat, wie man zuletzt in der Lehre Pius XII. sehen kann, nämlich, dass die eine und wahre Kirche Christi die katholische Kirche ist! Warum verwendet man so einen zweideutigen Ausdruck? P. Avery Dulles, den Johannes Paulus II. vor kurzem zum Kardinal machte, antwortet:

        Die Kirche Jesu Christi ist nicht exklusiv identisch mit der römisch katholischen Kirche. Sie subsistiert tatsächlich im römischen Katholizismus, ist aber auch in anderen christlichen Kommunitäten auf verschiedene Weisen und in verschiedenem Masse gegenwärtig, was so weit geht, dass diese auch das sind was Gott in Jesus begonnen hat und sie gehorchen den Inspirationen des Geistes Christi. Als Ergebnis ihrer gemeinsamen Teilnahme an der Realität der einen Kirche, haben die verschiedenen christlichen Kommunitäten bereits miteinander eine wirkliche, aber nicht perfekte Gemeinschaft.

        Ähnlich ergreift Kardinal Ratzinger ein weiteres Mal die Ansicht der Neuen Theologie. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung sagt er:

        Als die Konzilsväter das Wort est durch das Wort subsistit ersetzten, so taten sie dies mit einer präzisen Absicht. Das durch das est ausgedrückte Konzept ist viel weiter als das, durch das subsistit ausgedrückte. Subsistere in ein sehr genauer Seinsbegriff das heisst als Sein, als in sich existierendes Subjekt. Die Konzilsväter wollten also sagen, dass das Sein der Kirche als solcher eine weitere Wesenheit ist als die römisch katholische Kirche, aber in der letzteren erhält sie auf unvergleichliche Weise den Charakter eines wahren und eigenen Subjektes.

        Es war P. Ratzinger selbst, der das subsistit in den Entwurf für das Konzilsdokument Lumen Gentium einbrachte. Er fügte diesen Terminus auf den Rat des protestantischen Pastors Schmidt aus Deutschland ein

.        Sollte der Leser Kardinal Ratzingers Erklärung des subsistit verwirrend finden, so möge er wissen, dass genau das beabsichtigt war. Dennoch kann subsistit und “ist” das gleiche bedeuten, entgegen dem was Kardinal Ratzinger sagt. Um der Genauigkeit willen, die die Charakteristik jedes Konzilsdokumentes sein sollte, hätte man schreiben müssen: “Die Kirche Christi subsistiert nur in der katholischen Kirche.” Aber wie P. Schillebeeckx zugibt, hatten seine liberalen Mitbrüder absichtlich Zweideutigkeiten in die Konzilstexte eingefügt, wissend, dass sie sie später heterodox interpretieren würden.

        Zwei prominente katholische Kommentatoren haben in einer jüngeren Studie nachkonziliarer Veränderungen in der Kirche bemerkt, dass das oben zitierte Interview in der Frankfurter Allgemeine Zeitung beweist, dass Kardinal Ratzinger in seiner Abweichung von dn in die

        Konzilstexte eingefügt, wissend, dass sie sie später heterodox interpretieren würden. 

       Zwei prominente katholische Kommentatoren haben in einer jüngeren Studie nachkonziliarer Veränderungen in der Kirche bemerkt, dass das oben zitierte Interview in der Frankfurter Allgemeine Zeitung beweist, dass Kardinal Ratzinger in seiner Abweichung von e die Schrift sagt: “Ein Wehe denen, die das Böse gut und das Gute bös nennen, die Finsternis zu Lichte machen und Licht zu Finsternis und Bitteres zu Süss und Süss zu Bitter!” (Isaias 5:20). Dies ist einer der prinzipiellen Irrtümer Russlands.

        Aber dieser Trick, aus einer Lüge eine “Wahrheit” zu machen kommt nicht aus Russland oder von den Kommunisten, sondern geht auf den Teufel zurück, den Vater der Lüge. Der heilige Paulus spricht vom Teufel in der Gestalt des Engels des Lichtes mit dem Hinweis auf das Evangelium: “Doch wenn wir selbst oder auch ein Engel vom Himmel das Evangelium euch anders verkünden würden, als wir es euch verkündet haben, der sei verflucht” (Gal. 1:8). Es ist der Teufel, der den Schein der Wahrheit gibt, um mit der Lüge zu täuschen. Daher kommt der Irrtum, dass die “Lüge heilig” sei und die “Unwahrheit Wahrheit.”

        Don Paul Kramer erzählt von seiner Konversation mit General Graham, U.S. Army:

        General Graham sagte, er wäre einmal in Russland gewesen mit einem Sowjetfunktionär, und der Sowjetfunktionär fragte ihn: “Wollen Sie nicht den Frieden?” Und der General antwortete: “Nein! Denn ich weiss, wie Sie den Frieden definieren. Ich möchte diese Art Frieden nicht.” Während ihrer Konversation fuhren sie an einem riesigen Plakat vorbei, das Soldaten mit ihren Gewehren zeigte. Die Aufschrift auf dem Plakat lautete: “Pobieda kommunista eta mir,” was auf Deutsch lautet: “Der kommunistische Sieg ist der Friede.”

        Nach der marxistischen Lehre, führt der kommunistische Staat Krieg für die Revolution und bedient sich jedes möglichen Mittels der Täuschung, um die Welt dem Kommunismus zu unterwerfen. Und wenn einmal der totale Krieg geführt wurde und die ganze Welt dem Kommunismus unterworfen ist, dann hat man die kommunistische Idee des “Friedens.” Aber was ist der Friede wirklich? Der heilige Augustinus definiert es wohl: “Friede ist die Ruhe der Ordnung.” Welche Definition ist korrekt? Das ist keine Frage der subjektiven Deutung. Der heilige Thomas Aquinas erklärt: ens et verum convertuntur. Die Wahrheit ist mit der Wirklichkeit konvertibel. Das was wirklich ist, ist auch wahr. Die Wahrheit ist das was ist, während eine Lüge das ist, was nicht ist. Wenn also jemand erklärt, dass Schwarz Weiss ist und umgekehrt, dann ist das offensichtlich eine Lüge, egal welchen Rang der Lügner bekleidet.

        Nach der marxistischen Lehre aber ist das die Wahrheit, was die kommunistische Revolution fördert. Was aber fördert diese Revolution? Was die Partei als wahr diktiert, wird zur “Wahrheit,” selbst wenn es eine Lüge ist. Wenn die Parteilinie also vorschreibt, dass Schwarz Weiss ist, dann müssen alle Parteimitglieder glauben, das Schwarz Weiss ist, denn die Partei hat entschieden, dass Schwarz Weiss ist. 

       So wie es eine Art der Stalinisierung der Kirche gab in der Anpassung der Kirche an die Welt, so gibt es auch eine stalinistische Parteilinie über Fatima - eine von hoch oben diktierte Version über Fatima, der sich alle Mitglieder der nachkonziliaren Anpassung zu unterwerfen haben. Das lautet im Grunde dann so: Die “Weihe Russlands” ist vollzogen und erledigt und alle müssen aufhören, darum zu bitten. Eir haben den

 

       

          

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