Haus SeiteDie Letzke Schlacht Des Teufels - RückblickDie Letzke Schlacht Des Teufels - Vorwort des HerausgebersBroschüreAnordnung Nun bei post Oder Kreditkarte

P. Joaquin Alonso (oben), der Doktorate in Theologie und Philosophie von der Gregorianischen Universität in Rom innehatte und der in Rom, Madrid und Lissabon Professor der Theologie war, war 16 Jahre lang der offizielle Archivar von Fatima, nachdem der Ortsbischof ihn zur Vorbereitung einer kritischen und defintiven Studie der Ereignisse in Fatima ernannt hatte. Wahrscheinlich war er der führende Fatimaexperte überhaupt.

5. KAPITEL

Ein Motiv tritt hervor

       Warum würden Männer in Positionen der höchsten Autorität in der Kirche solche Verbrechen begehen? Wie schon Aristoteles beobachtete, muss man, um eine Handlung zu verstehen, nach ihrem Motiv sehen.

       Sicherlich ist der Nachweis eines Motivs immer eine schwierige Aufgabe, denn man kann die Gedanken eines anderen Menschen nicht lesen und noch viel weniger den Zustand seiner Seele beurteilen. Um eine Schlussfolgerung auf jemandes Motive zu ermöglichen, kann man seine Entscheidung, wie die Schöffen in einem Strafprozess, nur auf den sichtbaren Handlungen des Angeklagten im Lichte äusseren Umstände aufbauen. Wenn ein Gericht zum Schluss kommt, dass ein Mann, z.B., seine Frau umgebracht hat, um die Versicherungssumme kassieren zu können, dann basiert das Urteil auf vernünftigen Schluss auf die äusseren Umstände. In solch einem Fall wird der Mörder nur selten zugeben: “Ich habe sie für das Versicherungsgeld umgebracht.” Stattdessen würde man aufgrund solcher Umstände, wie einem vor kurzem erfolgten Kauf einer Versicherungspolizze, das Motiv unterstellen.

       Nun würde aber niemand dem Gericht ein vorschnelles Urteil vorwerfen, wenn es sich in unserem hypothetischen Fall entschliesst, dem Ehemann das Motiv, seine Frau für das Geld umzubringen zu unterstellen. Auch in dem Fall von Fatima kann man das Motiv aus den Umständen ableiten. Es ist kein “vorschnelles” Urteil, eine vernünftige Schlussfolgerung auf ein Motiv zu ziehen, die auf dem aufbaut, was die Angeklagten selbst gesagt und getan haben. Weiterhin haben wir, wie wir aufzeigen werden, in diesem Fall etwas, einem Eingeständnis des Motives Gleichwertiges. Die Angeklagten waren sehr deutlich über das was sie approbieren und was sie bezüglich des vorliegenden Verbrechens vorhaben.

       Das Motiv in diesem Fall erhellt aus der Tatsache, dass die Täter erkennen, dass der Inhalt der Botschaft von Fatima, im traditionellen katholischen Sinne verstanden, mit Entscheidungen, die seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil getroffen wurden, um die gesamte Orientierung der katholischen Kirche zu verändern, nicht versöhnt werden können. Dass heisst, die Botschaft ist ein Hindernis auf ihrem Weg, genau das durchzusetzen, was Kardinal Pacelli vorhergesehen hatte: die Kirche in eine auf die Welt orientierte Institution umzubauen. Der gegenwärtig tobende Skandal im Klerus ist nur ein Symptom dieser ruinösen Anstrengung, die katholische Kirche “auf den letzten Stand” zu bringen. Eine andere Art es auszudrücken wäre, dass der gegenwärtige Zustand der Kirche das Resultat einer nie dagewesenen Invasion der Kirche durch den Liberalismus ist.

       Wie wir an dem Beispiel von Portugal 1917 sehen konnten, hatten sich die Mächte der Freimaurerei (und ihre kommunistischen Mitreisenden) verschworen, die Erfüllung der Fatimabotschaft in Portugal zu verhindern. Die Botschaft wurde als Betrug oder kindische Täuschung abgetan; die Seher wurden verfolgt und sogar mit dem Tode bedroht. So gross war der Hass dieser Mächte gegen die katholische Kirche und die jungfräuliche Gottesmutter,

       Und so ist das mit diesen Mächten weltweit auch heute so. Man muss nicht in die Fiebersümpfe der Verschwörungstheorien absinken um zu wissen, dass die Päpste vor 1960 mehr Verurteilungen und Warnungen über die Ränke der Freimaurer und der Kommunisten gegen die Kirche äusserten, als über jeden anderen Gegenstand in der Kirchengeschichte.

       In diesem Punkt kann man es nicht verabsäumen, die infame Ständige Anweisung der Alta Vendita zu erörtern, einem freimaurerischen Dokument, dass einen kompletten Plan für die Infiltration und Korruption der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert entwarf.74 Während es seit dem Zweiten Vatikanum modern ist, sich über die Existenz einer solchen Verschwörung lustig zu machen, muss man bemerken, dass die Geheimpapiere der Alta Vendita,75 einschliesslich ihrer Ständigen Anweisung, in die Hände von Papst Gregor XVI. fielen. Die Ständige Anweisung wurde auf Wunsch Pius IX. von Kardinal Cretineau-Joly in seinem Werk Die Kirche im Angesicht der Revolution veröffentlicht.76

       Mit seinem Approbations-Breve vom 25. Februar 1861, das an den Autor gerichtet ist, garantierte Pius IX. die Echtheit dieser Dokumente, erlaubte aber niemandem die wirklichen Mitglieder der Loge, die in diese Korrespondenz verwickelt waren zu entlarven. Leo XIII. verlangte gleichermassen die Veröffentlichung dieser Dokumente. Beide Päpste handelten zweifellos, um so eine Tragödie an ihrer Verwirklichung zu hindern. Diese grossen Päpste wussten, dass solch ein Unglück weit davon entfernt war unmöglich zu sein.

       Der vollständige Text der Ständigen Anweisung der Alta Vendita ist auch in Msgr. George E. Dillon's Buch Grossorientfreimaurerei demaskiert enthalten. Als man Leo XIII. eine Kopie von Msgr. Dillon's Buch überreichte, war er so beeindruckt, dass er die Anweisung gab, eine italienische Version auf seine eigenen Kosten herzustellen und zu veröffentlichen.77

       Die Alta Vendita war die höchste Loge der Carbonari, einer italienischen Geheimgesellschaft mit Verbindungen zur Freimaurerei und die, mit der Freimaurerei, von der katholischen Kirche verurteilt wurde.78 Der geschätzte katholische Historiker P. E. Cahill, S.J., der sicher kein “Verschwörungsnarr” ist, stellt in seinem Buch Freemasonry and the Anti-Christian Movement (Die Freimaurerei und die antichristliche Bewegung) fest, dass die Alta Vendita “zu dieser Zeit allgemein für das Regierungszentrum der europäischen Freimaurerei gehalten wurde.”79 Die Carbonari waren am meisten in Italien und Frankreich tätig.

       In seinem Buch Athanasius und die Kirche unserer Zeit, zitiert Bischof Graber, eine weitere objektive und unanfechtbare Autorität der nachkonziliaren Zeit, einen Freimaurer, der erklärte: “Nicht mehr die Vernichtung der Kirche ist das Ziel [der Freimaurer], sondern man sucht sie zu benützen, indem man in sie eindringt.”80 In anderen Worten, da die Freimaurerei die Kirche Christi nicht vollkommen auslöschen kann, plant sie nicht nur, den Einfluss des Katholizismus in der Gesellschaft auszumerzen, sondern auch die Struktur der Kirche als ein Instrument der “Erneuerung,” des “Fortschritts” und der “Aufklärung” zu benützen, um viele ihrer Prinzipien und Ziele zu fördern.

       In seiner Diskussion der freimaurerischen Vision der Gesllschaft und der Welt, gibt Bischof Graber eine Einführung auf das Konzept der Synarchie: “Wir stehen hier vor einer Gesamtsumme der geheimen Mächte aller ‘Orden’ und Schulen, die sich zusammengetan haben, um eine geheime Weltregierung aufzubauen. Im politischen Sinne strebt die Synarchie nach der Integration alle finanziellen und sozialen Kräfte, die die Weltregierung, natürlich unter sozialistischer Führung, zu unterstützen und zu fördern hätte. Der Katholizismus, wie alle Religionen, würde in der Folge in einem universalen Synkretismus absorbiert werden. Weit davon unterdrückt zu werden, würde er integriert werden, ein Kurs, den man bereits mit dem Prinzip der Kameradschaft der Kleriker (verschiedener Religionen) eingeschlagen hat.”

       In dem Rundschreiben Humanum Genus empfahl Leo XIII., zweifellos mit der Ständigen Anweisung im Hinterkopf, katholischen Führungspersönlichkeiten “dass vor allem den Maurern die Larve heruntergenommen und dieselben in ihrer wahren Gestalt gezeigt werden müssen.”81 Die Veröffentlichung der vorliegenden Dokumente ist ein Mittel dieser Entlarvung.

       Was nun folgt, ist nicht die vollständige Anweisung, sondern die für unsere Diskussion geeignetesten Abschnitte:

       Der Papst, wer er auch immer sei, wird nie zu den Geheimbünden kommen; darum müssen die geheimen Verbindungen den ersten Schritt zum Papste und zur Kirche tun, mit der Absicht, beide in Fesseln zu schlagen.

       Das Werk, an welches wir herangehen, ist nicht die Arbeit eines Tages, eines Monats oder Jahres. Es kann viele Jahre, vielleicht ein Jahrhundert dauern. Aber in unseren Reihen stirbt der Soldat und der Kampf geht weiter.

       Wir beabsichtigen ja nicht, den Papst für unsere Sache zu gewinnen, aus ihm einen Neophyten unserer Grundsätze, oder einen Apostel unserer Ideen zu machen. Das wäre ein lächerlicher Traum. Und wie sich auch die Ereignisse gestalten mögen, selbst wenn möglicher Weise ein Kardinal oder Prälaten aus vollem Herzen oder aus List der Eingeweihte unserer Geheimnisse würde, so dürften wir doch darum noch nicht seine Erhebung auf den Stuhl Petri wünschen. Ja diese seine Erhebung wäre auch unser Ruin. Denn wie er aus blossem Ehrgeize zur Apostasie gekommen wäre, ebenso müsste ihn das Bedürfnis der Macht dazu bestimmen, uns zu opfern. Was wir suchen, und worauf wir harren müssen, wie die Juden auf ihren Messias, das ist ein Papst nach unseren Bedürfnissen....

       Damit werden wir weit sicherer zum Angriff auf die Kirche schreiten, denn mit den Schmähschriften unserer Brüder in Frankreich oder sogar dem Gold Englands. Wollt ihr den Grund dafür kennen? Es ist nämlich so, dass wir damit, um den hohen Felsen, auf dem Gott Seine Kirche gebaut hat, zu zerschmettern, nicht länger den Hannibalischen Essig, oder Schiesspulver, oder unsere Waffen brauchen. Wir haben den kleinen Finger des Nachfolgers Petri in die Unternehmung verwickelt, und dieser kleine Finger ist für diesen Kreuzzug genauso gut, wie alle Urban II. und alle heiligen Bernharde der Christenheit.

       Wir haben keine Zweifel, dass wir an diesem höchsten Ziel unserer Bemühungen ankommen werden. Aber wann? Aber wie? Das Unbekannte ist noch nicht offenbart. Nichtsdestoweniger, da uns nichts von dem entworfenen Plan ablenken sollte, und im Gegenteil alles dorthin gerichtet sein soll, als ob, so zeitig als wäre es morgen, Erfolg die Arbeit, die kaum noch entworfen ist, krönen würde, wünschen wir in dieser Anweisung, die für die blossen Lehrlinge geheim bleiben wird, den Offizialen der höchsten Venta [Loge] einigen Rat erteilen, den sie allen Brüdern einflössen sollten, und zwar in der Form einer Anweisung oder eines Memorandums.

       Um also einen Papst nach unserem Herzen zu machen, handelt es sich vor allem darum, diesem künftigen Papste ein Geschlecht zu erziehen, welches des von uns gewünschten Regimentes würdig ist. Die Greise und die gereiften Männer muss man ganz beiseite lassen. Statt dessen gehet geradewegs auf die Jugend und wo möglich sogar auf die Kindheit los.... Ist einmal euer guter Ruf in den Kollegien, Gymnasien, Universitäten und Seminarien fest gegründet, habet ihr einmal das Vertrauen der Professoren und Jünglinge gewonnen, so sorget dafür, dass besonders die Kandidaten des geistlichen Standes eueren Umgang aufsuchen.

       Dieser gute Ruf wird euch den Zugang verschaffen zu den Lehrmeinungen im Schoss des jungen Klerus, genauso wie im Innern der Klöster. In etlichen Jahren wird dieser junge Klerus durch die Macht der Umstände alle Ämter bekleiden. Er wird regieren, verwalten, richten, den Rath des Souveräns [Papstes] bilden, und berufen sein, den künftigen Papst zu wählen. Und dieser Pontifex wird, wie die meisten seiner Zeitgenossen, notwendigerweise mehr oder weniger mit den [revolutionären] italienischen und humanitären Prinzipien, die wir im Begriff sind, in Umlauf zu bringen erfüllt sein. Es ist ein kleines schwarzes Senfkorn, das wir dem Boden anvertrauen; aber der Sonnenschein der Gerechtigkeit wird es zu höchster Macht entfalten, und ihr werdet eines Tages sehen, welche reiche Ernte dieser Samen bringen wird.

       Auf dem Weg, den wir hier für unsere Brüder entwerfen, findet man grosse Hindernisse, die es zu bezwingen und Schwierigkeiten von mehr als einer Art, die es zu meistern gilt. Sie werden mit Erfahrung und Klarsicht über sie triumphieren; aber das Ziel ist so leuchtend, dass es wichtig ist, alle Segel in den Wind zu setzen, um es zu erreichen. Ihr wollt Italien revolutionieren; haltet Ausschau nach dem Papst, dessen Portrait wir gerade gezeichnet haben. Ihr wollt das Reich der Auserwählten auf dem Thron der Hure von Babylon errichten; lasst den Klerus unter eurem Banner marschieren, während sie ständig meinen, sie marschierten unter dem Wappen der Apostolischen Schlüssel. Ihr habt vor, die letzte Spur der Tyrannen und Unterdrücker verschwinden zu lassen. Spannet eure Netze aus wie Simon Barjona, im Inneren der Sakristeien, der Seminare und Konvente, nicht in der Meerestiefe. Und wenn ihr nichts überstürzet, so versprechen wir euch einen noch wunderbareren Fischzug, als jenen des hl. Petrus. Der Fischer wurde zum Menschenfischer, und ihr werdet sogar zu den Füssen des Apostolischen Stuhles Freunde fischen. So habet ihr dann im Netze eine Revolution in Tiara und [Chor]mantel, an deren Spitze das Kreuz und die grosse päpstliche Fahne getragen wird; eine Revolution, die nur kleiner Hilfe bedarf, um das Feuer in allen vier Weltgegenden anzustecken.82

       Eine liberalisierte Hierarchie würde sich gerne für das Werk der Errichtung des freimaurerischen Ideals einer neuen Weltordnung (novus ordo seclorum) hergeben, also einer falschen, pan-religiösen “Verbrüderung” in der die Kirche ihren Anspruch, die Alleinseligmachende zu sein und ihre Opposition zu den Mächten dieser Welt aufgibt. Der erste Schritt in diesem Prozess wurde im 19. Jahrhundert, manifestiert, während dessen die Gesellschaft zusehends von den liberalen Ideen der Aufklärung und der französichen Revolution durchdrungen wurde. Schon 1848 verursachte dieses Programm grossen Schaden für die katholische Kirche und den katholischen Staat. Die angeblich “netteren und sanfteren” Ideen des religiösen Pluralismus, des religiösen Indifferentismus, einer Demokratie, die glaubt, alle Autorität käme vom Volk, falsche Begriffe von Freiheit, die Trennung von Staat und Kirche, Religionstreffen und andere Neuerungen ergriffen den Geist Europas nach der Aufklärung und infizierten Staats-und Kirchenmänner gleichermassen.

       Die Päpste des 19. und frühen 20. Jahrhunderts führten in voller Kampfrüstung Krieg gegen diese gefährlichen Tendenzen. In ihrer klarsichtigen Geistesgegenwart, die in einer kompromisslosen Sicherheit des Glauben wurzelte, wurden diese Päpste nicht getäuscht. Sie wussten, dass böse Prinzipien, egal wie ehrenvoll sie scheinen mögen, keine gute Frucht bringen können; und diese Grundsätze waren in ihren schlimmsten Ausprägungen böse, sintemal sie nicht nur in Häresie, sondern auch der Apostasie wurzelten.

       Wie kommandierende Generale, die ihre Pflicht erkennen, das Terrain zu verteidigen, richteten diese Päpste mächtige Kanonen auf die Irrtümer der modernen Welt und feuerten unaufhörlich. Die Enzykliken waren ihre Kanonenkugeln und verfehlten nie ihr Ziel.

       Der vernichtendste Stoss kam 1864 in Form des monumentalen Syllabus der Irrtümer von Pius IX., und als der Rauch verzogen war, hatten alle an der Schlacht Beteiligten keinen Zweifel mehr, wer auf welcher Seite stand. Die Demarkationslinien waren klar gezeigt worden. In diesem Syllabus verurteilte Pius IX. die grundlegenden Irrtümer der modernen Welt, nicht weil sie modern waren, sondern weil diese neuen Ideen im pantheistische Naturalismus verwurzelt waren und daher sowohl mit der katholischen Lehre unvereinbar waren, als auch für die Gesellschaft zerstörerisch.

       Die Lehren des Syllabus waren Gegenliberalismus und der Liberalismus war ein Gegen-Syllabus. Das wurde unzweifelhaft von allen Parteien erkannt. P. Denis Fahey bezeichnete diesen Entscheidungskampf als “Pius IX. gegen die pantheistische Vergöttlichung des Menschen.”83 Und als Sprecher der anderen Seite erklärte der französische Freimaurer Ferdinand Buisson ähnlich: “Eine Schule kann nicht neutral bleiben zwischen dem Syllabus und der «Erklärung der Menschenrechte».”84

       Und doch erlebte das 19. Jahrhundert eine neue Art Katholiken, die utopischerweise einen Kompromiss zwischen den beiden suchten. Diese Männer suchten das was sie in den Prinzipien von 1789 für “gut” hielten und versuchten, sie in die katholische Kirche einzubringen. Viele, vom Zeitgeist infizierte Kleriker wurden in diesem “in den Sakristeien und Seminaren” ausgeworfenen Netz gefangen. Sie wurden als “Liberalkatholiken” bezeichnet. Pius IX. betrachtete sie mit Horror. Er sagte, dass sie die schlimmsten Feinde der Kirche wären. In einem Brief vom 18. Juni 1871 an die, vom Bischof von Nevers angeführte französiche Deputation, erklärte der selige Pius IX.:

       Das was ich fürchte, ist nicht die Kommune von Paris, nein, das was ich fürchte, ist der liberale Katholizismus.... Ich habe das mehr als vierzig Mal gesagt und ich wiederhole es jetzt vor euch aus der Liebe, die ich für euch empfinde. Die wirkliche Geissel Frankreichs ist der liberale Katholizismus, der versucht, zwei Prinzipien miteinander zu vereinen, die einander abweisen, wie Feuer und Wasser.85

       Dennoch stieg die Zahl der Liberalkatholiken stetig an. Diese Krise erreichte in etwa am Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt, als der Liberalismus von 1789, der schon in der Luft gelegen hatte auf den Wirbelstrurm des Modernismus traf. P. Vincent Miceli erkannte diese Häresie als solche, als er die “Dreifaltigkeit der Herkunft” des Modernismus beschrieb. Er schrieb: “1) Der religiöse Vorfahre ist die Protestantische Reformation; 2) Die philosophische Gebärerin ist die Aufklärung; 3) Die politische Rasse ist die der französischen Revolution.”86

       Was versteht man unter dem Modernismus? Der Modernismus ist nichts weniger oder mehr, als eine Synthese oder Kombination aller Irrtümer des Liberalkatholizismus in ein umfassendes philosophisches und theologisches System, dessen Effekt die Unterminierung der Integrität des ganzen katholischen Glaubens ist. Während eine vollständige Untersuchung des weiten modernistischen Denksystems in diesem Buch zu weit führen würde, so genügt es für unsere Zwecke, festzustellen, dass der Modernist durch mehrere subtile Irrtümer die Göttlichkeit Christi und seine göttliche Offenbarung, die Gründung der einzigen wahren Kirche durch Ihn und die absolute Unveränderlichkeit der katholischen Lehre (die, wie der Modernist behauptet, gemäss den sich verändernden Umständen “evolvieren” kann) unterminiert oder leugnet. Der Modernist begrüss und fördert auch die liberalen Konzepte der “Redefreiheit,” der “Gewissensfreiheit” und den Irrtum des religiösen Indifferentismus, der behauptet, dass alle Religionen mehr oder weniger gut und lobenswert sind, da sie ja alle aus dem sogenannten “religiösen Sinn” des Menschen stammten. Das ist ein Irrtum, der natürlich implizit die Tatsache der Erbsünde leugnet, indem er suggeriert, dass alle Menschen wirklich religiös sein und die Erlösung in den verschiedenen Religionen, die sie erfinden, erreichen können ohne die Notwendigkeit der Taufe, des Glaubens und der Sakramente der katholischen Kirche.

       Pius X., der den päpstlichen Thron 1903 bestieg, erkannte den Modernismus als eine äusserst tödliche Seuche, die gestoppt werden muss. Er führte Krieg gegen den Modernismus durch die systematische Isolierung, Definition und Verurteilung seiner vielen irrigen Thesen. Im besonderen gab er eine monumentale Enzyklika gegen den Modernismus heraus (Pascendi) und eine Sammlung verurteilter Lehrsätze (Lamentabili). In seiner Enzyklika Pascendi schrieb dieser grosse Papst über die Modernisten: “...dass sie kein Stück der katholischen Wahrheit unberührt lassen; keines, dass sie nicht bemüht sind, es zu entstellen.”87 in derselben Enzyklika nannte er den Modernismus “die Zusammenfassung aller Häresien”88 und erklärte, dass die wichtigste Verpflichtung des Papstes die Versicherung der Reinheit und Unberührtheit der katholischen Lehre sei, und er stellte weiterhin fest, dass, wenn er nichts täte, in seiner wichtigsten Verpflichtung versagt hätte.89

       Aber der heilige Pius X. gab sich damit nicht zufrieden. In der Erkenntnis, dass die Modernisten niedergeschlagen werden mussten, bevor sie sich erheben und in der Kirche Unordnung stiften konnten, schrieb dieser Heilige einige Jahre nach Pascendi sein Motuproprio Sacrorum antistitum90 und führte damit den Antimodernisteneid ein, der von allen Priestern und Theologielehrern geschworen werden musste. Er reinigte die Seminare und die Universitäten von den Modernisten und exkommunizierte die Hartnäckigen und Reulosen. Der heilige Pius X. wusste, dass nichts weniger, als die Natur der Kirche von den Modernisten angegriffen wurde, die nun in ihrer Gewagtheit offen für den Umsturz des katholischen Dogmas und der Tradition agierten:

       Es drängt Uns ... die von Tag zu Tag wachsende Grösse des Übelstandes, der sich später ohne schwerste Gefahr nicht mehr beheben lässt. Denn man hat es nicht mehr wie im Anfang mit Rednern zu tun, welche in Schafskleidern einhergehen, sondern mit offenen und gehässigen Feinden, und zwar mit eigenen Hausgenossen, die im Bunde stehen mit den Hauptfeinden der Kirche und zum Ziel den Umsturz des Glaubens haben. Es sind das nämlich diejenigen, welche sich mit Verwegenheit täglich gegen die vom Himmel gekommene Weisheit erheben und die sich das Recht anmassen, dieselbe zu verbessern, so als wäre sie verdorben; sie zu erneuern, als wäre sie altersschwach geworden, sie zu erweitern und den Wünschen des Zeitgeistes anzupassen, dem Fortschritt und der Wohlfahrt: gerade so als wäre sie eine Feindin - nicht des Leichtsinns von einigen wenigen, sondern des Wohles der Gesellschaft.

       Diesem Unterfangen gegen die Lehre des Evangeliums und die kirchliche Tradition können die treuen berufenen Hüter dieses heiligen hinterlegten Schatzes niemals mit genug Wachsamkeit, niemals mit zu grosser Strenge entgegentreten.91

       Der heilige Pius X. hielt in seinen Tagen die Verbreitung des Modernismus wirksam auf. Es wird jedoch berichtet, dass, als man ihn beglückwünschte, diesen schweren Irrtum ausgemerzt zu haben, er sofort antwortete, dass, trotz all seiner Bemühungen, er es nicht geschafft hatte, dieses Monster zu töten, sondern es nur in den Untergrund getrieben hatte. Er warnte davor, dass, wenn die zukünftigen Führer der Kirche nicht wachsam wären, es in der Zukunft zurückkehren würde, stärker als je zuvor.92 Wir wir im Begriff sind, festzustellen, ist seine Vorhersage Wirklichkeit geworden - mit Zinsen.

       Ein wenig bekanntes Drama, das sich unter der Regierung von Papst Pius XI. entfaltete, zeigt, dass die Untergrundströmung des modernistischen Gedankengutes in der Zeitspanne unmittelbar nach Pius X. sehr lebendig und stark war.

       P. Raymond Dulac berichtet, dass in dem Konsistorium vom 23. Februar, 1923, Pius XI. dreissig Kardinäle über die Zeitmässigkeit befragte, ein ökumenisches Konzil einzuberufen. Anwesend waren so berühmte Prälaten wie die Kardinäle Merry del Val, de Lai, Gasparri, Boggiani und Billot. Die Kardinäle rieten davon ab.

       Kardinal Billot warnte: “Das Vorhandensein tiefer Differenzen quer durch den Episkopat kann nicht verborgen werden...[Sie] gehen das Risiko ein, sich Diskussionen, die unbestimmt hinausgezögert werden auszusetzen.”

       Boggiani erinnerte and die modernistischen Theorien, von denen, wie er sagte, ein Teil des Klerus und der Bischöfe nicht ausgenommen wären. “Diese Mentalität könnte bestimmte Väter dazu bewegen, Anträge zu stellen und Methoden einzuführen, die mit den katholischen Traditionen unvereinbar sind.”

       Billot war noch genauer. Er brachte seine Furcht zum Ausdruck, das Konzil könnte “manövriert” werden durch “die schlimmsten Feinde der Kirche, die Modernisten, die, wie gewissen Hinweise zeigen, bereits im Begriff sind, die Revolution in der Kirche, ein neues 1789 hervorzubringen.”93

       Indem sie aus diesen Gründen von einem Konzil abrieten, erwiesen sich diese Kardinäle als geeigneter, die “Zeichen der Zeit” zu erkennen, als alle Theologen nach dem Zweiten Vatikanum zusammen. Und dennoch könnte ihre Vorsicht in etwas noch Tieferem wurzeln. Sie könnten auch geplagt gewesen sein durch die Schriften des berüchtigten Illuminaten, des exkommunizierten Kanonikus Roca (1830-1893), der die Revolution und eine Kirchen “reform” predigte und die Unterwanderung der Kirche, die durch ein Konzil hervorgerufen würde voraussagte.

       In seinem Buch Athanasius und die Kirche unserer Zeit erwähnt Bischof Graber Kanonikus Rocas Voraussage “einer neuen erleuchteten Kirche, die vom Sozialismus Jesu und seiner Apostel beeinflusst ist.”94 In der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Roca vorhergesagt:

       Die neue Kirche, die vielleicht nichts mehr von der scholastischen Lehre und von der Urform der früheren Kirche bewahren wird können, wird nichtsdestoweniger von Rom die Weihe und die kanonische Jurisdiktion empfangen.

       In seinem Kommentar zu dieser Vorhersage stellt Bischof Graber fest: “Noch vor wenigen Jahren konnten wir uns dies nicht vorstellen, aber heute...?”95

       Kanonikus Roca sagte auch, erstaunlicherweise, eine liturgische “Reform” voraus. Im Hinblick auf die zukünftige Liturgie, glaubte er

       dass der göttliche Kult so wie ihn die Liturgie, das Zeremoniell, das Ritual und die Vorschriften der römischen Kirche regeln, demnächst auf einem ökumenischen Konzil (!) eine Umwandlung erfahren wird, die ihm die verehrungswürdige Einfachheit des goldenen apostolischen Zeitalters zurückgeben wird in Übereinstimmung mit dem Gewissen und der modernen Zivilisation.96

       Roca sagte voraus, dass “durch dieses Konzil eine vollendete Übereinstimmung der Ideale der modernen Zivilisation und derer Christi und Seines Evangeliums” kommen würde. “Das wird die Weihe der neuen Sozialordnung und die feierliche Taufe der modernen Zivilisation sein.” Mit anderen Worten, dieses Konzil würde den Triumph des freimaurerischen Planes der Subversion der Kirche beginnen. Roca sprach auch über die Zukunft des Papsttums. Er schrieb:

       Eine Opferung bahnt sich an, die eine feierliche Sühne darstellt... Das Papsttum wird fallen; Es wird sterben unter dem geheiligten Messer, das die Väter des letzten Konzils schmieden werden. Der päpstliche Cäsar ist ein für das Opfer gekrönte Hostie.97

       Roca sagte begeistert eine “neue Religion,” ein “neues Dogma,” ein “neues Ritual,” ein “neues Priestertum” voraus. “Die neuen Priester bezeichnete er als «Progressisten», er spricht von der «Unterdrückung» der Soutane und von der Heirat der Priester.”98

       Unter Hinweis auf die Schriften des französischen Häresiarchen, Abbé Melinge (der das Pseudonym Dr. Alta benützte), warnte Bischof Graber vor einem Revolutionsprogramm des “Ersatzes des katholischen Glaubens durch ein ‘pluriconfessionales’ Pontifikat, fähig, sich einem polyvalenten Ökumenismus anzupassen, so wie wir ihn heute in den Interzelebrationen von Priestern und protestantischen Pastoren etabliert sehen,” (Melinge bezog sich auf Priesterrenegaten; heute aber vollzieht der Papst selbst gemeinsame Gottesdienste, einschliesslich Vespern mit protestantischen “Bischöfen”).99

       Einen beklemmenden Widerhall des Roca, Melinge und der Alta Vendita findet man in den Worten des Rosenkreuzers Dr. Rudolf Steiner, der 1910 erklärte: “Wir brauchen ein Konzil und einen Papst, der es ausruft.”100

       Man muss festhalten, dass in ihrem Streben nach diesen Zielen, die Freimaurer die Verwandten der Kommunisten waren, die mit ihnen für den Umsturz der Kirche und der Gesellschaft kämpften. Leo XIII. beobachtete 1884 in seiner monumentalen Enzyklika “über Wesen und Gefahr der Freimaurerei,” Humanum Genus:

       Wo... der Aufruhr erlaubt und gutgeheissen... wird..., da muss zwangsläufig ein allgemeiner Umsturz erfolgen. Das ist es aber auch, was sehr viele von den Sozialisten und Kommunisten wollen und offen bekennen. Und es kann die Freimaurersekte nicht leugnen, dass sie mit diesen gemeinsame Sache macht: denn sie ist deren Plänen nur allzu günstig, und sie unterscheidet sich in ihren wichtigsten Grundsätzen nicht von ihnen.101

       Seit damals haben wir von zahlreichen, unabhängigen Zeugen gelernt, dass die kommunistische Infiltration der Kirche schon in den Dreissigerjahren begann.102 Lenin selbst (der Begründer des russischen Kommunismus), erklärte in den Zwanzigerjahren, er würde die katholische Kirche, besonders den Vatikan infiltrieren. Die historische Evidenz dieses Erfolges wurde vor kurzem in der ehrbaren Zeitschrift Christian Order zusammengefasst:

       Der Exkommunist und gefeierte Konvertit Douglas Hyde, offenbarte schon vor langem, dass die kommunistische Führung in den Dreissigerjahren eine weltweite Direktive für die kommunistische Subversion der katholischen Kirche herausgab. Währenddessen sorgte Mrs. Bella Dodd in den frühen Fünfzigerjahren für detaillierte Erklärungen der kommunistischen Unterwanderung der Kirche. In ihrer Eigenschaft als vormalige, hochrangige Funktionärin der American Communist Party sagte Mrs. Dodd: “in den Dreissigerjahren haben wir 1100 Leute in die Priesterschaft gesteckt, um die Kirche von innen heraus zu zerstören.” Der Zweck war, dass diese Männer geweiht würden, um auf einflussreiche und autoritative Positionen wie die der Monsignori und der Bischöfe zuzusteuern. 12 Jahre vor dem Zweiten Vatikanum sagte sie: “Jetzt sind sie in den höchsten Positionen der Kirche,” wo sie darauf hinarbeiteten, um einen Ordnungswandel zur Schwächung der Wirksamkeit der Kirche gegenüber dem Kommunismus herbeizuführen. Sie sagte auch, dass diese Veränderungen so drastisch sein würden, “Sie werden die katholische Kirche nicht wiedererkennen.”103

       Christian Order weist darauf hin, dass die Existenz einer christlichen Verschwörung nicht nur von den Exkommunisten Dodd und Hyde, sondern auch von sowjetischen Überläufern reichlich bestätigt wurde:

       Der ehemalige KGB-Offizier Anatoliy Golitsyn, der 1961 übergelaufen war und 1984 mit 94-prozentiger Genauigkeit all die erstaunlichen Entwicklungen im kommunistischen Block seit damals vorhersagte, bestätigte vor einigen Jahren, dass diese “Penetration der katholischen und anderer Kirchen, Teil der allgemeinen [also unveränderten] Parteilinie im Kampf gegen die Religion ist.” Tatsächlich erzählen hunderte, von Vassili Mitrokhin, dem vormaligen Archivar des KGB, in den Westen geschmuggelte und 1999 veröffentlichte Akten eine ähnliche Geschichte über den KGB mit seiner Plege der möglichst engen Beziehungen zu “progressiven” Katholiken und der Finanzierung ihrer Aktivitäten. Eines der identifizierten linken Organe war die kleine italienische Presseagentur Adista, die Jahrzehnte hindurch jede vorstellbare postkonziliare Kausa und “Reform” gefördert hatte und deren Direktor als bezahlter KGB-Agent “das Mitrokhin Archiv” genannt wurde.104

       Mrs. Dodd, die sich kurz vor ihrem Tod zum Glauben bekehrte, war die Rechtsberaterin der kommunistischen Partei der USA. Sie legte in den Fünfzigerjahren umfangreiches Zeugnis ab über die kommunistische Infiltration der Kirche und des Staates vor dem Kommittee für unamerikanische Aktivitäten des Räpresentatenhauses. Als wollte sie ihre Rolle in der Unterwanderung der Kirche wieder gut machen, hielt Mrs. Dodd auf der Fordham University und anderen Orten eine Reihe von Vorträgen in den Jahren vor dem Zweiten Vatikanum. Christian Order erinnert sich an das Zeugnis eines Mönches, der bei einer dieser Vorlesungen in den frühen Fünfzigerjahren anwesend war:

       Ich hörte dieser Frau vier Stunden lang zu und meine Haare sträubten sich. Alles was sie sagte, ist auf den Buchstaben genau eingetreten. Man konnte denken, sie wäre der Welt grösster Prophet, aber sie war kein Prophet. Sie enthüllte nur den Schritt-fürSchritt-Schlachtplan für die kommunistische Unterwanderung der katholischen Kirche. Sie erklärte, dass unter allen Weltreligionen die katholische Kirche die einzige, von den Kommunisten gefürchtete war, denn sie war sein einziger wirksamer Gegner. Die ganze Idee war nicht, die Institution der Kirche zu zerstören, sondern den Glauben des Volkes und sogar die Institution der Kirche, wenn möglich, zu benutzen, um den Glauben durch die Förderung einer Pseudoreligion zu zerstören: etwas das dem Katholizismus ähnlich sieht, aber nicht das Wirkliche ist. Wenn einmal der Glaube zerstört sein würde, erklärte sie, würde man in die Kirche einen Schuldkomplex bringen.... um die “Kirche der Vergangenheit” als oppressiv, autoritär, bevorurteilt, arrogant in ihrem Anspruch, alleine die Wahrheit zu besitzen und verantwortlich für die Spaltung religiöser Körperschaften während der Jahrhunderte. Das wäre nötig, um Kirchenführer zu einer “Öffnung zur Welt” zu beschämen und zu einer flexibleren Einstellung allen Religionen und Philosophien gegenüber. Die Kommunisten würden dann diese Offenheit zur Unterwanderung der Kirche ausnützen.105

       Wie dem auch sei, sollten die Feinde der Kirche in ihren Plänen, die wir gerade aufgezeigt haben, erfolgreich sein, dann würden wir folgende Dinge in der Kirche wahrnehmen:

  • Erstens gäbe es, wie Roca vorhersagte, eine Umwälzung bei einem ökumenischen Konzil von einer solchen Grössenordnung, dass die ganze Welt erkennen würde, dass es innerhalb der katholischen Kirche eine grössere Revolution auf der Linie der modernen Ideen gegeben hätte. Es wäre allen klar, dass man “auf den neuesten Stand” gebracht hätte.
  • Zweitens würde eine neue Theologie eingeführt werden, im Widerspruch mit vorhergehenden Lehren.
  • Drittens würden die Freimaurer und die Kommunisten selbst ihr Triumphgeheul anstimmen und zwar in dem Glauben, dass der katholischen Kirche endlich “ein Licht aufgegangen” sei in jenen Punkten wie der Religionsgleichheit, des Säkulärstaates, des Pluralismus und was immer für sonst noch erreichten Kompromissen.
  • Viertens, als ein Resultat dieser Unterwanderung, würde die Neuorientierung der Kirche vor den eigentlichen Dogmata und den Traditionen der Kirche in ihrer Lehre und Praxis, Vorrang erhalten - wie auch der Fatimabotschaft, die “revidiert” oder begraben werden müsste, um der Neuorientierung zu dienen.

In seinem weithin anerkannten, einsichtsvollen Buch, Athanasius und die Kirche in der heutigen Zeit (1974) erzählt Bischof Graber von Regensburg, seit 1941 Professor der Theologie und 1962 konsekriert, über die eingeschworenen Ziele der Feinde der Kirche, dieselbe durch ein Ökumenisches Konzil zu zerstören. Bischof Graber meint: “Vor wenigen Jahren noch war das für uns undenkbar, aber jetzt...?”

Notes:

74 Cf. John Vennari, Die ständige Anweisung der Alta Vendta, Ein freimaurerischer Plan für den Umsturz in der katholischen Kirche (Rex Regum Verlag, Jaidhof, Österreich, 2000) übersetzt von Dr. Gregorius D. Hesse. Hier werden die Verbindungen zur Neuorientierung klar dargestellt.

75 Anm. d. Übers.: Alta Vendita (Betonung auf dem “i”) ist eine nicht mehr gebräuchliche Form des italienischen alta vendetta, was soviel heisst, wie “edelmütige” oder “vornehme Rache.” José Maria Kardinal Caro, der ehemalige Erzbischof von Santiago de Chile schreibt Alta Vendetta: Cf. José Maria Cardenal Caro, The Mystery of Freemasonry Unveiled, (Christian Book Club of America, Palmdale, California 1992), p. 221. Bischof Dr. Rudolf Graber zitiert in Fussnote 64 seines Buches, Athanasius und die Kirche unserer Zeit (J.Kral, Abensberg, D 1996) den vollständigen Titel der Ständigen Anweisung: “Istruzione permanente, Codice e quida pratica dei Preposti all'alta massoneria” (Ständige Anweisung, Kodex und praktischer Führer der Vorgesetzten der hohen Maurerei) und eine Übersetzung der wichtigsten Textstellen (die hier Verwendung findet) aus: G.M. Pachtler, Der stille Krieg gegen Thron und Altar oder das Negative der Freimaurerei, nach Dokumenten (Amberg, 1876), pp. 83-84; 87; 91f.; 92; 94f.

76 Cretineau-Joly, L'Eglise en face de la Revolution, 1859, vol.2; repr.: Cirque de la Renaissance Française, Paris 1976. Mons. Delassus reproduzierte diese Dokumente in seinem Werk Die antichristliche Verschwörung (Desclee de Brouwer 1910), vol. III, pp. 1035-1092.

77 Cf. Michael Davies, Pope John's Council (Angelus Press, Kansas City, Missouri 1992), p.166.

78 Cf. Kirchliches Handlexikon (Leo Gesellschaft, Wien 1907), pp. 842; 1537f.

79 P. E. Cahill, SJ, Freemasonry and the Anti-Christian Movement (Gill, Dublin 1959), p. 101.

80 Bischof Dr. Rudolf Graber, Athanasius und die Kirche unserer Zeit (J.Kral, Abensberg, D 1996), p. 40. Zitiert wird Yves Marsaudon, L'oecuménisme vu par un franc-maçon de tradition, Editions Vitiano, Paris IXe, 1964.

81 Leo XIII., Humanum Genus (Freude an der Wahrheit, Wien 1991), p.20.

82 Cf. Mons. Henri Delassus, Die antichristliche Verschwörung (Paris, Desclee de Brouwer, 1910), 3. Band, pp. 1035-1092. Der vollständige Text der Ständigen Anweisung der Alta Vendita ist noch publiziert in: Mons. Georges Dillon, Grand Orient Freemasonry Unmasked (Gill, Dublin, 1885; repr. Christian Book Club of America, Palmdale, California, kein Datum), pp. 51-56. Anm. d. Übers.: z.T. wurde hier die Übersetzung von Pachtler verwendet.

83 Cf. Fr. Denis Fahey, CSSp, The Mystical Body of Christ in the Modern World (Regina Publications, Dublin 1939), Kapitel VII.

84 Ibidem, p.116 (143).

85 Fr. Michael Muller, SCCR, The Catholic Dogma (Benzinger Bros., New York, 1888), p.282.

86 P. Vincent Miceli, SJ, The Antichrist (Roman Catholic Books, Harrison, New York 1981), p.133.

87 Pius X., Pascendi Dominici Gregis, (Freude an der Wahrheit, Wien 1991), p. 4.

88 Pius X., Pascendi Dominici Gregis, (Freude an der Wahrheit, Wien, 1991), p. 52.

89 Pius X., Pascendi Dominici Gregis, (Freude an der Wahrheit, Wien, 1991), p.3.

90 Pius X., Sacrorum antistitum, eigentlich: Motuproprio des Papstes Pius X., durch das etliche Gesetze zur Abwehr der Gefahr des Modernismus aufgestellt werden, 1. September, 1910, Freude an der Wahrheit, Wien 1986.

91 Pius X., Sacrorum antistitum, (Freude an der Wahrheit, Wien, 1986), pp.28f.

92 Cf. P. Vincent Miceli, SJ, The Antichrist, Roman Catholic Books, Harrison, N.Y. 1981.

93 Raymond Dulac, Bischofliche Kollegialitat beim Zweiten Vatikanischen Konzil (Cedre, Paris 1979), pp.9-10.

94 Bischof Dr. Rudolf Graber, Athanasius und die Kirche unserer Zeit (j.Kral, Abensberg, D 1996), p. 35.

95 Ibidem, p. 36.

96 Ibidem. Hervorhebung durch den Autor.

97 Ibidem.

98 Ibidem, p. 37.

99 “Gemeinsame katholisch-lutheranische Vesper im Vatikan: Die Erzbischöfe G. H. Hammar und Jukka Paarma - die lutheranischen Primaten von Schweden und Finnland jeweils - und die Bischöfe Anders Arborelius von Stickholm und Czeslaw Kozon von Kopenhagen vereinten sich mit dem Heiligen Vater für den Vespergottesdienst. Einige andere lutheranischen Bischöfe aus Skandinavien waren bei der Zeremonie anwesend, einschliesslich zweier weiblicher Bischöfe.” Cf. “Joint Catholic Lutheran Vespers at Vatican,” CWNews.com, 13. November 1999.

100 Bischof Dr. Rudolf Graber, Athanasius und die Kirche unserer Zeit (j.Kral, Abensberg, D 1996), p. 36.

101 Leo XIII., Humanum Genus (Freude an der Wahrheit, Wien, 1991), p. 17.

102 Cf. “The Secret Red Plan to Take Over the Catholic Church” (Der geheime, rote Plan sich der katholischen Kirche zu bemächtigen) The Fatima Crusader, no. 19, Spring 1986, p. 6. Das Original wurde in Rotchina 1959 veröffentlicht. Cf.: Christopher Ferrara “The Prophecy of Bella Dodd,” www.fatima.org/perspective235.htm ; Fr. Paul Kramer, “The ‘Party Line’ in Relation to Fatima,” The Fatima Crusader, no. 69, Winter 2002, pp. 10ff.

103 “The Greatest Conspiracy,” Christian Order, November 2000.

104 Ibidem.

105 Ibidem. Ein anderer Exkommunist, Mr. Manning Johnson, gab 1953 vor dem Untersuchungsauschuss für unamerikanische Aktivitäten folgendes Zeugnis ab: “Sobald einmal über die Taktik der religiösen Infiltration im Kreml entschieden wurde... erkannten die Kommunisten, dass die Zerstörung der Religion durch die Infiltration der Kirche von seiten, in der Kirche tätig gewordenen Kommunisten viel schneller zustande käme.... Diese Politik der Infiltration der Seminare war weit über unsere kommunistischen Erwartungen hinaus erfolgreich.” Bezüglich der Infiltration der Orden im allgemeinen, fuhr Mr. Manning Johnson fort zu erklären: “Der Hauptplan für die Übernahme der religiösen Institutionen wurde eigentlich in dieser Periode (1935) geschmiedet und die Tatsache, dass die Kommunisten in den Schlagzeilen des Daily Worker sich mit 2.300 protestantischen Pastoren, die ihre Sache unterstützten brüsten können, ist das Resultat dieses Teiles, der in den Dreissigerjahren begann, als ich ein Mitglied der kommunistischen Partei war.” Zeugnis des Manning Johnson, Investigation of Communist Activities in the New York City Area - Part 7, Hearing Before the Committee on Un-American Activities, House of Representatives, Eighty-Third Congress, First Session, July 8, 1953, (publ. Government Printing Office, Washington, D.C.,1953), p. 2214. Weiter Zitate finden sich in: John Vennari, “Heaven's Request for Reparation to the Holy Face of Jesus,” part III, Catholic Family News, August 2001.

       

          

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