2. KAPITEL
Die lange Opposition beginnt
Selbst eine oberflächliche Lesung der ersten zwei Teile des grossen Geheimnissses der Botschaft von Fatima zeigt, dass es sich um eine himmlische Herausforderung der Mächte dieser Welt handelt, deren Beherrschung selbst des katholischen Portugals seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ständig gewachsen war.
In Anbetracht des Textes des Geheimnisses wird es offensichtlich, dass das, was der Himmel hier vorgestellt hatte, dem freimaurerischen Regime in Portugal ein anathema sein musste, ja mehr noch, allen gegen die Kirche organisierten Kräften, die am Beginn des letzten Jahrhunderts den letzten Ansturm auf die katholische Zitadelle geplant hatten und das gemäss ihrem eigenen Eingeständnis.
Die Botschaft von Fatima ist wichtig für die Rettung der Seelen, soweit ist das völlig offensichtlich. Was aber ein bisschen weniger offensichtlich ist - und das ist es was sowohl die externen als auch die internen Feinde der Kirche wütend machen wird - ist die Wichtigkeit der Botschaft und der Erscheinungen der Gottesmutter für die korrekte Ordnung der menschlichen Gesellschaft. Wenn die Menschheit die Botschaft der Jungfrau befolgt, dann kann Friede zwischen Individuen, Familien, Städten und Ländern und eben der ganzen Welt in der Form einer katholischen Sozialordnung erreicht werden. Sicher würde die Erbsünde bestehen bleiben, aber wir würden eine Periode der Menschheitsgeschichte erleben, wie die von Isaias prophezeite, der unter göttlicher Inspiration eine Zeit vorhersah, in der die Menschen keine Kriege mehr führen würden, keine Kriegskunst mehr lernen würden und ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden würden.45 Die Tendenz des Menschen zu sündigen würde weit verringert und kontrolliert werden durch den wohltätigen Einfluss der Kirche und ihrer Sakramente. Und wenn man auf die heutige Welt schaut, wer kann dann noch ernstlich argumentieren, dass sogar die schlimmsten "Exzesse" der Menschen in der katholischen Sozialordnung, die einstmals im vor"reformatorischen" Europa existierte von irgend einer Bedeutung sind im Vergleich mit dem Bösen und der Gewalt, die von jeder Nation in unserer Zeit praktisch institutionalisiert wurde - vor allem der endlose Holocaust der “legalisierten” Abtreibung.
Die aus dem einfachen Text des Geheimnisses resultierenden Implikationen sind selbst für jemand mit minimaler Intelligenz einfach genug: Solch ein Plan für den Weltfrieden kann nur ausgeführt werden, wenn genug Individuen auf jeder Ebene der Gesellschaft frei kooperieren (Wir sprechen hier nicht von irgend einer mit Gewalt aufgezwungenen religiösen Diktatur, wie sie in bestimmten islamischen Ländern existiert, sondern von der, dem gemeinsamen katholischen Glauben des Volkes entspringenden Solzialordnung). Der Plan kann auch nur dann Erfolg haben, wenn er auf den Entwürfen des Schöpfers der Menschheit beruht, Der Jesus Christus gesalbt hat, den Erlöser der Menschheit, als König der Könige und Herr der Herren (Apk. 19:16). Jesus ist König, nicht nur der Individuen, sondern auch der Gesellschaften und der ganzen Welt. Wenn daher dieser Plan der seligen Jungfrau Maria, die die Königin des Himmels und der Erde ist, funktionieren soll, dann muss die Menschheit das souveräne Königtum Christi über die ganze Menschheit, wie es durch Seine Kirche ausgeführt wird, anerkennen. Dass die Menschen tatsächlich in ausreichender Anzahl dazu gebracht werden - zuerst in Russland und dann woanders - ist ja genau das Wunder, dass die Jungfrau versprochen hat, wenn man ihre Forderungen erfüllt.
Man kann verstehen, dass der Fürst der Welt, wie Jesus Christus den Teufel genannt hat, die vorgeschlagene Zerstörung seines blühenden Reiches hier auf dieser Welt nicht so leicht akzeptieren würde. Noch würde dieser himmlische Friedensplan von jenen Menschen, Assoziationen und Geheimgesellschaften akzeptiert werden, deren Macht und unredliche Reichtümer verloren wären, würde der Plan ausgeführt werden und die Bekehrung Russlands und der Triumph des Unbefleckten Herzens - und damit des katholischen Glaubens folgen.
Mit diesem Hintergrund können wir besser verstehen, warum, sogar als die Erscheinungen noch stattfanden, eine grimmige Opposition sich erhob und warum sie bis zum heutigen Tag andauert und sogar Männer innerhalb der Kirche unter die Gegner der Forderungen der Jungfrau reiht.
Zur Zeit der Erscheinungen war der Bürgermeister von Ourem, der Regionalsitz zu dem Fatima und Aljustrel (das Dorf wo die Kinder, die unsere Liebe Frau gesehen hatten lebten) gehörten ein Arturo de Oliveira Santos, der sich als ohne Gottglauben bezeichnete. Von Beruf Schmied, wurde er allgemein der “Blechschmied” genannt. Seine Schulbildung war klein, aber seine Ambitionen gross. Arturo Santos war ein getriebener und unerschrockener junger Mann, der es zum Redakteur der Lokalgazette Ouriense brachte, in denen er seine antimonarchischen und antireligiösen Meinungen mit bitterem Eifer und einigem Talent zu Ausdruck brachte. Mit 26 trat er der Freimaurerloge des Grossorientes in Leiria bei.
Wie der grosse katholische Historiker, William Thomas Walsh, unterstreicht, wurde Santos indoktriniert mit der esoterischen Lehre einer synkretistischen und naturalistischen Religion, die in der modernen Zeit der Hauptgegner der katholischen Kirche wurde und sich bereits gebrüstet hatte, mit seiner Planung und Durchführung der portugiesischen Revolution von 1910 einen langen Schritt zur völligen Beseitigung des Christentums auf der Iberischen Halbinsel getan zu haben. Walsh informiert uns weiterhin, dass der Meister des Grossorientes, Magahaes Lima, 1911 prophezeit hatte, dass in einigen Jahren kein junger Mann mehr wünschen würde, in Portugal für das Priestertum zu studieren, während der prominente portugiesische Freimaurer Alfonso Costa allen seinen Brüdern und einigen Delegaten französischer Logen versicherte, dass die nächste Generation das Ende des Katholizismus erleben würde, “der prinzipiellen Ursache für den traurigen Zustand, in den unser Land gefallen ist.” Es gab tatsächlich eine Menge Evidenz für die Vorhersage, nicht aber die Anklage.
Professor Walsh stellt weiterhin fest, das 1911 die neuen Herren von Portugal, Eigentum der Kirche an sich rissen, Hunderte von Priestern und Nonnen vertrieben, gefangennahmen oder ins Exil schickten und dem Kardinalpatriarchen von Lissabon fünf Tage gaben, um für immer zu verschwinden. Priester und Ordensleute flohen nach Frankreich und andere Orte. Einige knieten in Lourdes und fehlten die Gottesmutter an, ihrem unglücklichen Land zu helfen, das sich einstmals stolz das “Land der Heiligen Maria” gennant hatte, nun ein Schauspiel des Unglaubens und der Anarchie, mit einer neuen Revolution jeden Monat.
Arturo Santos gründete eine neue Freimaurerloge in Ourem, wohin er seine Schmiede übersiedelt hatte und 1917 war er ihr Präsident. Durch Freunde in seiner Bruderschaft gelang es ihm, Bürgermeister von Ourem zu werden. Dieser Titel brachte den Titel des Präsidenten der Stadtverwaltung und der Kammer und des stellvertretenden Handelsrichters mit sich. Mit all diesen Ehren und der damit erhaltenen Autorität wurde Senhor Santos der gefürchtetste und einflussreichste Mann in diesem Teil Portugals.
Unter seiner Verwaltung frequentierten weniger und weniger Leute die Messe und die Sakramente, die Scheidungen nahmen zu und es gab weniger Kinder. Als er sechs Priester verhaftete und acht Tage lang mit niemandem Kontakt gewährte, waren die leitenden katholischen Laien im Rat und der Kammer mit profitablen Kompromissen zu beschäftigt und hatten daher keine Zeit, laut genug zu protestieren, damit man sie hören hätte können. Für den Blechschmied und seine Freunde war der Kampf für “Fortschritt und Aufklärung,” wie sie ihren Konflikt mit der katholischen Kirche zu nennen bevorzugten, praktisch schon gewonnen.46
Im August 1917 kannte ganz Portugal die Geschichte der Erscheinungen, wenngleich in einer Pallette verschiedener Versionen. Die Journalisten der antireligiösen Presse schrieben gerne komische Varianten der Geschichte. Nach der Erinnerung von Fr. de Marchi über die Einstellung der antireligiösen Presse, behaupteten sie:
Diese Kinder sind Marionetten der Jesuiten. Nicht der Jesuiten? Na, dann des Klerus im allgemeinen, oder des Papstes im bestimmten - und sie locken unwissende und unvorsichtige Leute zur Cova da Iria, um ihnen ihr Geld abzunehmen. Sie hatten gar kein Geld? Na, dann wenigstens ihre politischen Überzeugung, so dass der menschliche Stoff der aufgeklärten Republik zum Vorteil Roms und der Reaktion sabotiert werden kann. Die Presse genoss ihre fröhlichen Ausflüge. Die Freimaurer waren hocherfreut.47
Alle treuen Anhänger der Neuen Ordnung fanden die Situation zunehmend erheiternd.
Arturo Santos, allerdings, fand das nicht so lustig, sintemal diese offenen Manifestation der Religion in seinem eigenen Bezirk geschah. Einige seiner Wähler glaubten bereits, dass die Gottesmutter in Fatima erschien, und er wusste nicht, was für Erklärungen er seinen politischen Kollegen geben sollte, falls diese christlich-religiösen Manifestationen, die den Hoffnungen des Bürgermeisters, eine gottlose Republik aufzubauen entgegenstanden, in seinem eigenen Bezirk weiterwachsen sollten. Also entschied er sich, die schwere Faust des Gesetzes auf die drei Seher zu schmettern.
Am 11. August 1917 befahl er den Eltern der drei Kinder, sie für einen Prozess im Rathaus zu präsentieren. Ti Marto, der Vater von Francisco und Jacinta sagte:
Das hat keinen Sinn, so kleine Kinder vor dieser Art Gericht vorzuführen. Abgesehen davon sind das fast 15 Kilometer und so weit können sie nicht gehen. Und sie wissen nicht, wie man auf einem Tier reitet. Das mache ich nicht. Da gehe ich lieber hin und erkläre dem Verwalter warum.
Seine Frau, Olimpia, war einverstanden. Lucias Vater, Antonio, war allerdings geneigt, mit seiner Frau Maria Rosa übereinzustimmen, dass man, falls Lucia lügen sollte, es eine gute Sache wäre, ihr eine Lektion zu erteilen, falls sie aber die Wahrheit sagen sollte (und das bezweifelten sei), sich die Gottesmutter um sie kümmern würde. Antonio setzte seine Tochter auf einen Esel (von dem sie auf dem Weg dreimal herunterfiel) und man begab sich auf die Reise, um den Bürgermeister zu sehen. Ti Marto liess seine Kinder zuhause und ging alleine, um in ihrem Namen zu sprechen. Vor der Reise sagte Jacinta Lucia. “Keine Sorge. Sollten sie dich umbringen, sag ihnen, dass ich genau so bin wie du und Francisco noch mehr und wir auch sterben wollen. Und jetzt werde ich mit Francisco zur Quelle gehen, um besonders hart für dich zu beten.”
Der Bürgermeister fragte Lucia, ob sie eine Dame auf der Cova da Iria gesehen hätte und wer das ihrer Meinung nach wäre. Er verlangte, dass sie ihm das Geheimnis verriet, das die Gottesmutter den Kindern anvertraut hatte und versprach, nie wieder zur Cova da Iria zurückzukehren. Lucia weigerte sich, ihm das Geheimnis zu verraten und solch ein Versprechen abzulegen (Die Muttergottes hatte die Kinder gebeten, am 13. jedes Monates zur Cova da Iria zurückzukommen und sie hatten versprochen, zur verabredeten Zeit und Datum für die nächsten drei Male zurückzukommen). Dann fragte der Bürgermeister Antonio, ob die Leute in Fatima die Geschichte glaubten und er antwortete: “Oh nein, Herr, dass sind alles nur Geschichten von Weibern.”
“Und was sagst du dazu?” fragte der Bürgermeister Ti Marto. “Ich bin hier auf Ihren Befehl,” antwortete er, “und meine Kinder sagen das gleiche wie ich.” “Dann glaubst du dass es wahr ist?” “Ja, mein Herr, ich glaube, was sie sagen.”
Die Zuschauer lachten. Der Bürgermeister machte eine Entlassungsgeste und einer seiner Leute befahl ihnen zu gehen. Der Bürgermeister folgte ihnen zur Türe und sagte zu Lucia: “Wenn du dieses Geheimnis nicht verrätst, dann wird dich das dein Leben kosten!” Dann kehrten Lucia, ihr Vater und Ti Marto nach Aljustrel zurück.
Am Abend des 12. August holten drei Polizisten die Kinder in das Haus von Ti Marto, wo der Bürgermeister persönlich auf sie wartete. Er erklärte den Kindern, dass der Tod die Strafe sein könnte, dafür, dass sie ihm das grosse Geheimnis, dass sie am 13. Juli erfahren hatten, nicht mitteilen würden. Die Kinder weigerten sich, es zu verraten, mit der Begründung, sie könnten ja unserer Lieben Frau nicht ungehorsam sein. “Macht nichts,” flüsterte Jacinta zu den anderen, “wenn sie uns töten, umso besser, denn dann werden wir Jesus und die Muttergottes sehen.”
Am Morgen des 13. August arbeitete Ti Marto auf den Feldern. Er kam ins Haus, um den Schmutz von seinen Händen zu waschen. Da hatte sich eine Menge um das Haus versammelt, um bei der Erscheinung, die an diesem Tag auf der Cova da Iria stattfinden sollte teilzunehmen. Seine Frau Olimpia war aufgeregt und deutete auf das Wohnzimmer. Ti Marto ging in das Wohnzimmer und wie wir von seiner eigenen Erzählung aus dem Buch von Fr. de Marchi wissen: “Wen sollte ich dort sehen, wenn nicht den Bürgermeister selbst. Selbst dann, nehme ich an, war ich nicht sehr höflich zu ihm,denn ich sah, dass auch ein Priester anwesend war und ich ging zuerst zu ihm hin, um ihm die Hand zu schütteln. Dann sagte ich zum Bürgermeister: ‘Ich hatte nicht erwartet, Sie hier zu sehen, mein Herr.’”
Der Bürgermeister sagte, er würde die Kinder in seinem Wagen zur Cova da Iria bringen und er sagte, es würde ihnen die Zeit geben, mit dem Pfarrer von Fatima zu sprechen, der, wie er sagte, sie befragen wollte. Die Kinder und ihre Eltern hatten ein ungutes Gefühl über sein Angebot, sie in seinem Wagen mitzunehmen, gaben aber nach. Er brachte sie zuerst zum Pfarrer von Fatima und dann, statt sie zur Cova da Iria zu bringen, sahen die Leute ihn wie er die Peitsche benutzte und die Pferde zwang, in der entgegengesetzten Richtung den Hügel hinabzufahren. Er brachte sie nach Ourem und sperrte sie in ein Zimmer in seinem Haus.
Auf der Cova da Iria waren ungefähr 15.000 Leute und jeder wunderte sich, wo die Kinder waren. Zum Zeitpunkt wo die Dame erscheinen sollte, geschahen einige übernatürliche Manifestationen, die die Menge auch schon bei ihren anderen Erscheinungen in Fatima beobachtet hatte, was eine Menge Leute, auch Ungläubige, überzeugte, dass sie angekommen war. Aber die Kinder waren nicht da, um ihre Botschaft entgegenzunehmen. Dann kamen einige Leute mit der Nachricht, dass der Bürgermeister von Ourem die Kinder entführt hatte, sie zuerst zum Pfarrer von Fatima und dann in sein eigenes Haus in Ourem gebracht hatte. Die Menge schloss schnell, dass die beiden sich in dieser Entführung verschworen hatten, was, so fühlten sie, “die Erscheinung vereitelt und die Gottesmutter enttäuscht hatte.” Bittere Stimmen erhoben sich gegen den Bürgermeister und den Pfarrer. Aber Ti Marto überredete die Menge sich nicht zu rächen. “Nun mal langsam Jungs! Niemand wird verletzt! Wer immer hier Strafe verdient, wird sie erhalten. Alles das ist von der Macht von dem Einen da oben!”
Am nächsten Morgen verhörte der Bürgermeister von Ourem die Kinder erneut und die sagten ihm wieder, sie hätten eine wunderschöne Dame gesehen und weigerten sich wieder, ihm das Geheimnis zu verraten, auch dann als er sie mit lebenslanger Haft, Folter und dem Tod bedrohte. Der Bürgermeister war fest entschlossen, von den Kindern eine Art Geständnis zu erhalten, die die religiösen Manifestationen in seinem Territorien beenden würden. Dann liess er sie also in das Stadtgefägnis werfen mit seinen dunklen und übelriechenden Zellen mit Eisengittern. Sie wurden in die Gemeinschaftszelle geworfen, wo die meisten Gefangenen zusammengepfercht waren. Die Kinder fürchteten sich und waren traurig, besonders die siebenjährige Jacinta, die fürchtete, ihre Eltern nie wieder zu sehen. Aber sie trösteten einander, indem sie sich gegenseitig an die Aussagen der Gottesmutter über den Himmel erinnerten und dann opferten sie ihre Leiden für die Bekehrung der Sünder auf. Die Kinder beteten den Rosenkranz im Gefängnis und die Verurteilten schlossen sich dem Gebet an.
Einige Zeit später liess der Bürgermeister die Kinder von einem Polizisten vorführen und machte seine endgültige Forderung um das Geheimnis. Dann, nachdem sie sich wieder weigerten, es zu eröffnen, sagte er ihnen, sie würden lebend in Öl gekocht werden. Er schrie einen Befehl und eine Wache öffnete eine Türe. Er fragte die Wache, ob das Öl heiss und bereit wäre, was bejaht wurde. Dann befahl er der Wache, Jacinta, die jüngste als erste in das Öl zu werfen. Die Wache nahm das Kind und trug es fort. Eine Wache sah Francisco, still seine Lippen bewegen und fragte ihn, was er denn sagte. “Ein Ave Maria,” antwortete Francisco, “damit meine kleine Schwester sich nicht fürchtet.” Lucia und Francisco waren überzeugt, dass die Wache bald zurückkommen und sie auch töten würde. Francisco sagte zu Lucia: “Was kümmert es uns, wenn sie uns töten? Wir fahren gleich in den Himmel.”
Später kam die Wache in den Raum, wo die Kinder vom Bürgermeister verhört wurden zurück und berichtete Lucia und Francisco, dass Jacinta im Öl gekocht worden wäre, nachdem sie das Geheimnis nicht verraten wollte.. Und der Bürgermeister versuchte, die beiden übrigen Kinder zu überreden, das Geheimnis zu verraten, denn sonst würde ihnen das gleiche passieren. Nachdem die das Geheimnis nicht verraten wollten, wurde Francisco weggebracht, um das gleiche Schicksal zu erleiden. Danach kam die Wache zu Lucia. Obwohl sie glaubte, dass Francisco und Jacinta getötet worden waren, weil sie das Geheimnis nicht verraten hatten, würde auch sie lieber sterben, als zu verraten, was die selige Jungfrau Maria ihr anvertraut hatte. So wurde sie also auch unter die Kontrolle dieser Wache gestellt, was sie für ihren sicheren Tod hielt.
Es stellte sich heraus, dass Jacinta einfach nur in einen anderen Raum geührt worden war und Francisco und Lucia, als sie dran waren, “in Öl gekocht zu werden,” wurde in den selben Raum geführt und sie waren alle wieder beieinander. Es war also nur ein Trick, der sie so schrecken sollte, dass sie das Geheimnis verrieten gewesen. Lucia, als sie ihre Memoiren schrieb, erinnerte sich an diesen Vorfall und informiert uns, dass sie sicher gewesen wäre, wie auch ihre Cousins, dass sie durch die Hand des Bürgermeisters das Martyrium erleiden würde.
Am nächsten Morgen, in einem weiteren Verhör, war der Bürgermeister immer noch unfähig, sie so weit zu bringen, dass sie ihm das Geheimnis verrieten. Er gab also zu, dass es sinnlos wäre und befahl, sie nach Fatima zurückzubringen. Es war der 15. August, das Fest der Aufnahme Mariae in den Himmel.
Dass der freimaurerische Bürgermeister von Ourem so weit gehen würde, drei kleine Kinder mit einem grässlichen Tod zu bedrohen, um Leute davon abzuhalten zu glauben und offen ihren Glauben an Gott, Seine heilige Mutter und die katholische Kirche zu manifestieren, gibt uns einigen Hinweis auf das Ausmass, bis zu welchem die Freimaurer gehen würden in ihrem verzweifelten Versuch, die Kirche ein für allemal abzureissen und an ihrer Stelle eine gottlose Republik zu errichten - nicht nur in Portugal, sondern in der ganzen Welt.
Notes:
45 “Und bei den Heiden hält es [das Wort des Herrn] Gericht und spricht bei grossen Völkern Recht. Zu Pflügen schmieden sie die Schwerter, zu Winzermessern ihre Lanzen. Kein Heidenvolk zückt gegen das andere das Schwert; das Kriegshandwerk hat keine Schüler mehr” Isaias 2:4; “Er schlichtet grosser Völker Fehden, lässt starke Heidenvölker in der Ferne sich vergleichen. Zu Pflügen schmieden sie die Schwerter um, zu Winzermessern ihre Lanzen. Kein Heidenvolk zückt gegen das andere das Schwert; das Kriegshandwerk hat keine Schüler mehr” Michaeas 4:3.
46 William Thomas Walsh, Our Lady of Fatima (Doubleday Image Books, New York 1947, Imprimatur 1947), pp. 95-97.
47 Fr. John de Marchi, IMC, Fatima from the Beginning (Missoes Consolata, Fatima, Portugal 1981), p.88.

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