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14. KAPITEL

Die Kostenabrechnung

       Am 3. März 2002 berichtete Time:

       Einen Monat nach dem Angriff vom 11. September befürchteten Bundesoffiziere, dass eine Nuklearwaffe, die aus dem russischen Arsenal stammte, nach New York geschmuggelt wurde. Die Counterterrorism Security Group des Weissen Hauses, Teil des nationalen Sicherheitsrates, wurde durch den Bericht eines Agenten mit dem Codenamen Dragonfire auf die Gefahr aufmerksam gemacht, aber die New Yorker Polizei und höhere FBI-Offiziere wurden nicht informiert, um Panik zu vermeiden.

       Obwohl der Bericht sich später als inakkurat erwies, wurde eine Schattenregierung in Washington in Untergrundbunkern eingesetzt und Nukleardedektoren wurden an Schlüsselstellen in den ganzen USA errichtet in Vorbereitung auf das, was der Präsident und seine Berater für eine unvermeidbare, weit tödlichere Attacke islamischer Terroristen halten.

       Die Washington Post berichtete am 3. März 2002:

       Alarmiert durch sich mehrende Hinweise auf den Fortschritt der Al Quaida, eine atomare oder radiologische Waffe zu erhalten, hat die Regierung Bush seit November hunderte komplizierte Sensoren an den US-Grenzen, neuralgischen Punkten um Washington und in Überseeanlagen stationiert. Das Elitekommando der Nation, Delta Force, wurde in Bereitschaftsalarm versetzt, um sich jeglichen Nuklearmaterials zu bemächtigen, dass die Sensoren entdecken könnten.

       Auf dem Hintergrund fehlbarer menschlicher Erkenntnis, zeigen die politischen Führer aureichend Umsicht in der Vorbereitung auf das schlimmste, das, wie sie wissen, kommen muss. Aber die Fatimarevisionisten in der Kurie erzeählen uns, dass wir in aller Ruhe die himmlische Erkenntnis aus einer unfehlbaren Quelle, die uns vor der Vernichtung von Nationen warnt, ignorieren können. Schlimmer noch, sie verstecken vor der Kirche einen essentiellen Teil des himmlischen Erkenntnisberichtes, nämlich die noch fehlenden Worte der Gottesmutter. Und es scheint eine ausreichende Menge nützlicher Idioten in der Kirche zu geben, die, während die Welt der Katastrophe entgegensteuert, nur allzu glücklich sind im Nachäffen der Parteilinie und in ihrer hilfreichen Anzeige derjenigen, die sie hinterfragen.

       Man bedenke, dass es seit der sogenannten Weihe vom 25. März 1984 keinen Triumph des Unbefleckten Herzens gegeben hat und Russland nicht konvertiert ist. Im Gegenteil, während des gleichen Zeitraumes hat die römische Kurie jeden Versuch, in Russland katholische Bekehrungen zu erhalten, als “veraltete Ekklesiologie” bezeichnet.

       In Russland und in der restlichen Welt brennt der Abtreibungsholocaust immer höher in das Angesicht Gottes. Bald wird es seit der sogenannten Konsekration von 1984 EINE MILLIARDE Opfer des Krieges gegen die Ungeborenen geben, das Blut von jedem Opfer zum Himmel um Rache schreiend.

       Und doch scheint es, dass nicht einmal die Katastrophe vom 11. September 2001 oder die Warnung, das schlimmere Dinge folgen werden, die römischen Kurie von ihrem Beharren auf der “Nachfatimaorientierung” der Kirche abzuschrecken imstande sind. Statt der Weihe Russlands, produzierte der Vatikan ein weiteres panreligiöses Gebetstreffen, den Weltgebetstag für den Frieden in Assisi am 24. Jänner 2002. Katholiken, Orthodoxe, Protestanten, Hindus, Moslems, Juden, Animisten, Buddhisten, Shintoisten, Konfuzianer, Tenrikyoisten und Zoroastraner wurden in einem, vom Osservatore Romano genannten “Friedenszug” vom Vatikan nach Assisi gebracht. Die “Räpresentanten der Weltreligionen,” einschliesslich eines Medizinmannes predigten alle von einer am unteren Platz vor der Basilika des heiligen Franziskus errichteten hölzernen Kanzel. Zu dem Treffen gehörte auch noch die Zuteilung eines Gebetsraumes im Konvent des Franziskus an jede nichtchristliche “Religion” um heidnische Rituale und Friedensgebete an die diversen Götter richten zu können. Am Ende des Treffens plazierten “die Räpresentanten der Weltreligionen” kleine brennende Öllampen auf einen Tisch, um ihre angebliche Verpflichtung für eine interreligiöse Verbrüderung und den Weltfrieden zu symbolisieren und dann gingen sie nach Hause.

       Danach gab es natürlich keinen Frieden. Am nächsten Tag schon begannen die Israelis palästinensische Ziele zu bombardieren, während der arabisch-israelische Konflikt sich zu einem regelrechten Krieg ausweitete und Indien eine Atomrakete testete. Während der folgenden Wochen begannen, die Hindus und die Moslems, die in Assisi ihre Öllampen auf den Tisch gestellt hatten sich in Westindien gegenseitig abzuschlachten: Die Zahl der Opfer in drei Tagen der Unruhen war fast 300.316

       Kein Friede in der Welt, kein Friede in der Kirche, schon eher, wie Johannes Paulus II 1982 in Fatima sagte, sind wir mit “fast apokalyptischen Bedrohungen, die über den Nationen und der ganzen Menschheit hängen” konfrontiert. Das sind die Konsequenzen des Ignorierens der Warnungen des himmlischen Erkenntnisberichtes, der in Fatima der Welt gegeben wurde.

       Und wie sieht es mit dem Frieden in der Kirche selbst aus? Auch hier lieferte die Jungfrau uns einen Bericht. Auch hier wurde er von den Männern, die uns erzählen, er “gehörte der Vergangenheit an” nicht beachtet. Heute dringt die Korruption des Klerus der letzten vierzig Jahre und der Zusammenbruch des menschlichen Elementes in den vollen Blick der Weltöffentlichkeit, um so in den täglichen Berichten und der spöttischen Verachtung zu landen. Das geschieht deshalb, weil die Kirchenmänner selbst die Botschaft von Fatima missachten, die uns die Mittel gegeben hat, über die homosexuelle Infiltration der Kirche, die jetzt ohne jede Kontrolle wütet, im Vorhinein zu wissen und die entsprechenden Mittel ergreifen zu können.

       Man weiss schon seit langem, dass die Mehrheit der Katholiken, die Opfer von Jehrzehnten sinnloser liturgischer und ökumenischer Reformen, längst keinen Glauben an die heilige Eucharistie mehr besitzen und die Kirche nicht mehr als von protestantischen Sekten unterschiedlich betrachten oder sich noch verpflichtet fühlen, der kirchlichen Lehre über die Ehe und die Fortpflanzung zu folgen. Aber im Jahre 2002 erlitt die Kirche noch eine weitere Schlappe in ihrer Glaubwürdigkeit.

       Die Presse verbreitete den massiven Kinderschänderskandal der Erzdiözese Boston, wo Kardinal Law die Aktivitäten von priesterlichen Raubtieren für Jahrzehnte verborgen gehalten hatte. Offensichtlich aus Panik über eine eventuelle Haftbarkeit, begann eine Diözese nach der anderen, den Polizeibehörden Listen von Priestern, die des sexuellen Missbrauchs verdächtigt worden waren vorzulegen - nach Jahren des Versteckens diesr Informationen vor den Opfern und ihren Familien und der ständigen Versetzung der Schuldigen. Diese Berichte der Diözesen über den sexuellen Missbrauch von kleinen Buben landeten in Titelgeschichten der Magazine Newsweek und National Review und einer Anzahl anderer nationaler und lokaler Zeitungen. Man kann sich nur ungefähr vorstellen, was da unter der Spitze des Eisbergs liegt.317

       Die Seminare und Konvente von Nordamerika und Europa sind praktisch leer oder geschlossen mit Ausnahme derjenigen, die von kleinen tradittionalistischen Gruppen, die den “alten Wegen” nachgehen betrieben werden. Es gibt nicht annähernd genug Berufungen, um diejenigen Priester, die entweder sterben oder in Pension gehen zu ersetzen. Es ist zudem weithin bekannt, dass unter den wenigen, die in die diözesanen Seminare, die den Konzilsreformen anhangen gehen, ein hoher Prozentsatz Homosexuelle sind. P. Donald Cozzens, Regens des Seminars der heiligen Maria in Cleveland, gab nur das zu, was jeder sehen kann:

       Was am Beginn des 21. Jahrhunderts zur Debatte steht, ist die anwachsende Auffassung, dass das Priestertum ein homosexueller Beruf ist oder wird.... Heterosexuellen Seminaristen wird das Leben von den Homsosexuellen, die sie umgeben schwer gemacht.... Der geradlinige Seminarist sieht sich am falschen Platz und könnte seinen inneren Gleichgewichtsverlust als ein Zeichen, dass er die Berufung zum Priestertum nicht hat interpretieren.... Die sexuellen Kontakte und die romatischen Vereinigungen unter den homosexuellen Seminaristen erzeugen intensive und komplizierte Netze der Intrige und der Eifersucht.318

       Die Seuche der sexuellen Missbräuche und der Perversionen unter den Priestern ist kaum auf Nordamerika beschränkt. England, Frankreich und Spanien, haben ihre eigenen Skandale mit homosexuellen und knabenschänderischen Priestern und sogar ein polnischer Erzbischof wurde dem Vatikan von den Priestern, die er sexuell missbraucht hatte denunziert. Und aus Afrika wurde ein Riesenskandal über den sexuellen Missbrauch von Nonnen durch Priester in der Weltpresse gemeldet und vom Vatikan zugegeben. Der Vatikansprecher P. Bernardo Cervellera (Direktor von Fides, dem vatikanischen Missionsnachrichtenbüro) lieferte die folgende ungeheuerliche Verteidigung:

       Das Problem war auf das Subsahara Afrika beschränkt und stand in Verbindung mit der dortigen negativen kulturellen Einstellung gegenüber Frauen und dem Zölibat... Das sind keine Fälle von “psychopathischer Gewalt” gegen Frauen, sondern eine “kulturelle Lebensweise,” die in der Gegend verbreitet ist.

       Der Missbrauch von Nonnen durch Priester ist also eine “kulturelle Lebensweise” in Afrika! Afrikanische Priester schätzen einfach den “Wert” des Zölibats nicht! Gemäss Reuters “beobachtet der Vatikan die Situation, aber keine direkte Handlung wurde gesetzt.”319

       Keine direkte Handlung des Vatikans gegen Priester die Nonnen missbrauchen, aber P. Nicholas Gruner wurde in der einzigen öffentlichen Ankündigung der Kongregation für den Klerus bezüglich der “Disziplin” der 260.000 Diözesanpriester weltweit 2001 als “suspendiert” erklärt - für das Verbrechen, die authentische Botschaft von Fatima zu verbreiten. Das sind die Prioritäten der Neuorientierung in der katholischen Kirche.

       Nach über vierzig Jahren des sinnlosen ökumenischen Dialogs sind die Russisch-Orthodoxen in ihrer Zurückweisung des päpstlichen Primats und ihrer Opposition zur katholischen Kirche sturer denn je. Die russisch-orthodoxe Hierarchie explodierte in ihrer Wut, als der Vatikan ankündigte, dass die apostolischen Administrationen in Russland Diözesen würden. Sie würden nicht einmal Diözesen im traditionellen Sinne werden. Da würde es zum Beispiel nur eine “Erzdiözese der Muttergottes bei Moskau” geben und der Erzbischof würde nicht Erzbischof von Moskau genannt werden, damit der russische Patriarch von Moskau, der Ex-KGB Agent Alexy II., nicht beleidigt würde.

       Nach der Schaffung der katholischen “Diözesen” kennt die antikatholische Wut der russisch-orthodoxen Hierarchie keine Grenzen mehr. Kardinal Kaspars Besuch in Moskau wurde aus Protest abgesagt. In seiner schriftlichen Absage des Besuches erklärte der russische Metropolit Kyrill von Smolensk, der die russisch-orthodoxe Delegation in einer weiteren sinnlosen “ökumenischen” Gesprächsrunde anführen hätte sollen, ärgerlich: “Wir haben einander nichts zu sagen.” Der passende Abschluss für ein Unternehmen, dass von Anfang an wertlos war. Am 2. März 2002 leitete der Papst ein samstägliches Gebet, das vom Vatikan per Satellit nach Russland übertragen wurde. Die Sendung wurde von den selben russischen Sendern, die jetzt unter der Kontrolle von Vladimir Putin stehen, ausgeblendet. Nur durch die Einfuhr von speziellen Geräten (die bis zum letzten Moment vom Zoll aufgehalten worden waren) konnten einige wenige Tausende von Katholiken den Papst auf den Bildschirmen, der in der Assumptionskathedrale von Moskau montierten Fernsehern sehen. Die BBC berichtete, dass “Patriarch Alexy der russisch-orthodoxen Kirche sagte, dass das ‘eine Invasion Russlands’ war und bezog sich auf die polnische Besetzung von Moskau im frühen 17. Jahrhundert. Johannes Paulus ist aus Polen.”320 Nach der ganzen Ostpolitik und dem “ökumenischen Dialog” lässt die orthodoxe Hierarchie nicht einmal ein Videobild des Papstes in Russland zu. Ist das die versprochene Bekehrung Russlands?

       In dem Versuch, das Debakel in Russland etwas besser aussehen zu lassen, behauptete der Erzbischof der “Muttergottes bei Moskau,” dass das “alles ein Missverständnis sei.” Die katholische Kirche hat keine Absicht, unter den orthodoxen Konvertiten zu suchen, keine Absicht, Russland zu bekehren. Das war ja auch derselbe Erzbischof, der 1998 erklärt hatte: “Das Zweite Vatikanum hat erklärt, dass die orthodoxe Kirche unsere Schwesterkirche ist und dieselben Mittel zur Erlösung hat. Es gibt daher keinen Grund für eine Politik des Proselytismus.” Eine Geschichte der AP zu den Reaktionen des Erzbischofs anlässlich der russischen Feindsleigkeiten erzählte: “Pfarrangehörige kamen in letzter Zeit in Tränen zu Kondrusiewicz und beschwerten sich, dass die ungehaltene Rhetorik durch die Führung der Orthodoxie in nationalen Nachrichten seit dem 11. Februar ihnen Furcht eingejagt hatte den Glauben zu praktizieren.”321 Während orthodoxe Prälaten die katholische Kirche in nationalen Nachrichten beschimpfen, “haben die Ultranationalen sich mit der russisch-orthodoxen Kirche verbündet, um die katholische Kirche für ihren ‘Proselytismus’ zu kritisieren und ein Parlamentsausschuss plant eine Untersuchung.”322

       Es ist aber nicht so, als ob die orthodoxen Prälaten Russlands eine lebendige Kirche unter ihrer Leitung verteidigen würden. Fast alle, die sich als Russisch-Orthodoxe bezeichnen, praktizieren ihre Religion nicht. The Economist stellt fest, dass “Russland eine Glaubenskrise erleidet. Gemäss der Zeitschrift gehen 94% der Russen zwischen 18 und 29 nicht in die Kirche.”323 Die moralische Degeneration der Russen haben wir bereits erwähnt.

       Aber der katholischen Kirche ist es nicht erlaubt, das spirituelle Vakuum, dass die Russisch Orthodoxe Kirche hinterlässt zu füllen. Russlands Gesetz über die “Gewissensfreiheit” von 1997 gibt der russisch-orthodoxen Kirche weiter einen besonderen Status, sowie dem Islam, dem Judentum und dem Buddhismus, während es katholischen “Proselytismus” verbietet und die Eintragung katholischer Kirchen in der Ortsbürokratie vorschreibt. Die katholische Kirche in Russland ist derartig unauffällig, dass das Moskauer Büro, aus dem Erzbischof Kondrusiewicz die kirchlichen Angelegenheiten leitet “hinter dem Büro eines Militärkommandanten versteckt ist und kein Zeichen trägt, das besagt, dass dort die Leitung der katholischen Kirche in Russland zu finden sei.”324

       Die Katholiken sind weiterhin eine kleine unwissende Minderheit in Russland. Es gibt vielleicht 500.000 nominale Katholiken in einem Land mit 144 Millionen Einwohnern. Der kleine Prozentsatz von Katholiken, die am Sonntag sogar zur Messe gehen (hauptsächlich in Sibirien), hängt fast völlig von ausländischen Priestern ab, die mit einem Besuchervisum versehen, das Land alle drei Monate verlassen müssen, um es zu erneuern, was aber jederzeit und mit jedem Grund - oder gar keinem - verweigert werden kann. Dem Sekretär der katholischen Bischofkonferenz Russlands, P. Stanislaw Opiela, wurde das Visum dreimal hintereinander ohne jeden Grund verweigert: “Ich glaube nicht, dass ich es nocheinmal versuche, das ist es nicht wert,” sagte er. “Vielleicht protestiert jemand.”325 Und dann, im April 2002, wurde Bischof Jerzy Masur, der vom Vatikan für die Administration Sibiriens ernannt worde war aus Russland hinausgeworfen und sein Visum ohne jede Erklärung eingezogen. Bischof Masur fand heraus, dass er auf die Liste der Unerwünschten gesetzt worden war und kein Visum für Russland mehr erhalten würde.

       Alle diese Vorgänge brachten Erzbischof Kondrusiewicz dazu, im Namen der Bischofskonferenz einen formellen Protest mit dem Titel: “Die Religionsfreiheit ist in Russland in ernster Gefahr” zu lancieren:

       Katholiken in Russland fragen sich: Was wird als nächstes passieren? Sind die verfassungsmässigen Garantien auch für sie gültig, einschliesslich der Gewissensfreiheit und dem Recht, ihre eigenen Hirten zu haben, was bedeutet, sie von aussen zu holen, denn man darf ja nicht vergessen, dass die katholische Kirche 81 Jahre lang sich nicht formieren und keine Priester weihen durfte? Vielleicht hält der Staat Katholiken wirklich für zweitklassige Bürger? Kehren sie in die Zeit der Glaubensverfolgung zurück?... Der Hinauswurf eines katholischen Bischofs, der kein Gesetz verletzt hat, überschreitet alle vorstellbaren Grenzen der zivilisierten Beziehungen zwischen Staat und Kirche... Unter grosser Sorge verleihen wir unserem entschiedenen Protest bezüglich der Verletzung der verfassungsmässigen Rechte der Katholiken Ausdruck.326

       Gegen Ende 2002 erklärte der Pressesprecher des Vatikans, Joaquin Navarro-Valls, dass die Handlungen russischer Autoritäten gegen die katholische Kirche das Niveau einer “echten Verfolgung” erreicht hätten. Während also Kardinal Sodano und die Anhänger seiner Parteilinie darauf bestehten, dass Russland dem Unbefleckten Herzen geweiht worden wäre und der gegenwärtige Zustand in Russland das, durch diese “Weihe” herbeigeführte “Wunder der Bekehrung” wäre, beklagen sowohl der führende Prälat in Russland, als auch der Pressesprecher des Vatikans öffentlich die Verfolgung der Kirche in Russland und warnen vor dem Verlust der Religionsfreiheit in Russland. Das einzige Wort, um diese Situation zu beschreiben, ist Wahnsinn.

       Es steht um die katholische Kirche in den benachbarten “ehemaligen Sowjetrepubliken” noch schlimmer. In Rumänien wurden wenigstens elf, von Stalin gestohlene Pfarren von Bulldozern abgerissen, als dass man sie den rechtmässigen Eigentümern nach dem “Fall des Kommunismus” 1990 zurückgegeben hätte.327 Aus Belarus wurde berichtet, dass es “beunruhigende neue Hinweise auf die Feindschaft zur katholischen Kirche” gäbe und:

       Die Übertragung der Sonntagsmesse im staatlichen Radio wurde ohne Vorwarnung abgesagt.... Belarus ist offiziell ein Säkulärstaat.... Der autoritäre Präsident Aleksandr Lukashenko, obwohl er sich als Atheist bekennt, richtet sich dennoch an die orthodoxe Kirche für eine Unterstützung für seine Politik der “Integration” mit Russland.328

       Die Beispiele der Verfolgung der katholischen Kirche in Belarus, Kasakhstan, Moldavien, Rumänien, Siebenbürgen, und im Restgebiet der “ehemaligen Sowjetunion” sind endlos.

       Und wie sieht es mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin aus? Er war schwer beschäftigt, die niemals völlig auseinandergefallenen Elemente einer Sowjetdiktatur wieder zusammenzusetzen. “Russlands letzter unabhängiger Fernsehsender wurde gestern geschlossen, womit sämtliche Sendemedien des Landes unter der Kontrolle des Kremls stehen” (dieselben Sendemedien, die die katholische Kirche wegen der Frage der Diözesen in Russland verurteilt hatten).329 Wie durch Verabredung passierte das gleiche in der Ukraine:

       Die Fackel der Freiheit ist etwas dunkler geworden in der früheren Sowjetrepublik Ukraine - wie das auch in fast dem ganzen ehemaligen Sowjetterritorium der Fall ist - mit der Stillegung des letzten unabhängigen Senders durch die Regierung und der anhaltenden Diskussion über den Mord an einem populären und sehr offenen Journalisten.330

       Schon seit dem “Fall des Kommunismus” gab es immer wieder tödliche “Unfälle” und Morde von Journalisten.

       Zusätzlich zur systematischen Übernahme der Massenmedien wegen “Schuldeneintreibung” und “Steuerhinterziehung” hat Putin die alte Sowjethymne zurückgeholt, die Kontrolle des Kreml über russische Provinzen verstärkt und einen militärischen Freundschaftspakt mit Rotchina unterzeichnet. Putin sorgte sogar für die Zusammenstellung eines kommemorativen Kalenders zum Ruhme der Sowjetära, des Lubyanka (Grundstein der Gulags) und des Schlächters Feliks Dzerzhinsky, der den Vorläufer des KGB gegründet, die Folterung und Ermordung katholischer Priester angeordnet und Lenins Ausrottung der russischen Mittelklasse organisiert hatte. Der Kalender ist für den Gebrauch in den Büros des KGB, dass strategisch umbenannt wurde in FSB (Federalnaya Shlushba Bezopastnosti, staatliche Sicherheitsbehörde).

       Wie durch einen magischen Zufall wächst ein “spontaner” Kult um die Person Wladimir Putins:

       Der Kult um Präsident Putin erreichte gestern einen neuen Höhepunkt, als Tausende von Studenten den ersten Jahrestag seit seiner Amtsübernahme vor den Mauern des Kreml feierten. Die Versammlung, bei der viele mit Putins Gesicht bedruckte T-Shirts trugen, eröffnete neue Tiefen des Kriechens vor dem ehemaligen KGB Oberst, der bereits durch Kinderbücher, Skulpturen und unterwürfige Behandlung in den Medien unsterblich gemacht wurde. Redner versuchen sich gegenseitig in der Lobpreisung ihres grossen Führers auszustechen. Ihre Rhetorik erlaubte neue Einblicke in das Denken der Putinanhänger, die mittlerweile die Bürokratie, das Parlament und die staatlichen Sender dominieren.331

       Diese ganze Entwicklung wurde von Yelena Bonner, der Witwe des dissidenten sowjetischen Physikers Andrei Sakharov dargestellt:

       Unter Putin hat eine neue Phase der Einführung des modernisierten Stalinismus stattgefunden. Das Autoritäre wird gröber, die Gesellschaft wird militarisiert, das Militärbudget wächst.... Unter der jetzigen Regierung kann unser Land in absehbarer Zukunft mit zerstörerischen Unruhen rechnen, die auch Nachbarländer betreffen könnten.... In der Stalinära arbeitete ein Drittel der Bevölkerung für nichts oder symbolische Löhne. Im modernen Russlands sind zwei Drittel der Bevölkerung an der Armutsgrenze. Das Gesundheitssystem ist heute schlimmer als in den Fünfzigerjahren. Stalin mordete ungefähr zwanzig Millionen Leute, während im heutigen Russland die Bevölkerung um eine Million Menschen pro Jahr absinkt.332

       Während Russland einen modernisierten Stalinismus annimmt, fährt Kardinal Sodano fort, die Kirche mit den Kräften der wachsenden Neuen Weltordnung zu alliieren. Katholische Nachrichtendienste berichteten mit Missfallen, dass das Staatssekretariat den neu errichteten Internationalen Strafgerichtshof unterstützt, sogar mit Spenden.333 Katholische Kommentatoren, im Verein mit säkulären Reportern, haben schon lange davor gewarnt, dass der Internationale Strafgerichtshof eine direkte Bedrohung der souveränden Rechte der Staaten und ihrer Völker ist, denn er wird sich die Jurisdiktion anmassen, politisch motivierte Prozesse zu führen, gegen die es keine Berufung gibt und das gegen die Bürger jeder Nation mit einer ständig wachsenden Liste der verfolgbaren “Vergehen.”334 Diese Prozesse würden ohne die prozessrechtlichen Sicherungen über die Zulassung von Beweismaterial oder das Recht, Zeugen zu befragen geführt werden, was für einen rechtmässigen Prozess wesentlich ist.335

       Wie kann man eine Kostenabrechnung führen über die wahnsinnige Verschwörung, die Prophezeiungen der Muttergottes von Fatima zu beseitigen? Die Kosten der zeitlichen Leiden und des Seelenschadens sind bereits jenseits aller menschlichen Rechnung: Das Elend der russischen Bevölkerung und die andauernde staatliche Verfolgung der katholischen Kirche; Der Holocaust der Abtreibung in jedem Land; die zunehmnde Welle der Gewalt in der ganzen Welt; der Verlust unzähliger Seelen durch die Zerstörung ihres katholischen Glaubens und die Korruption des katholischen Priestertums, die jetzt nochdazu vor der Weltöffentlichkeit steht. Und doch wurde das sicherlich in jenem Teil des dritten Geheimnisses vorhergesagt, den wir nicht zu Gesicht bekamen: und das alles hätte vermieden werden können, wenn die Männer, die die Kirche regieren, den einfachen Anforderungen der Muttergottes von Fatima gefolgt wären, statt sie zu verachten.

       Aber was werden die Kosten in den kommenden Zeiten sein, wenn der einmal eingeschlagene Kurs nicht bald revidiert wird? Die Jungfrau von Fatima hat die Frage bereits beantwortet: Kriege und Verfolgung der Kirche, das Martyrium der Katholiken, das Leiden des Heiligen Vaters, die Vernichtung mehrerer Nationen und der Verlust von Millionen von Seelen.

       Wir können die Warnungen nicht ignorieren. Die Zeit ist gekommen zu erklären, dass es nicht die Botschaft von Fatima ist, sondern der allzu fehlbare Rat dieser Männer, den wir ignorieren müssen. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen und die Früchte ihrer Urteile und Politik können von allen gesehen werden: Die Kirche ist in der Tiefe ihrer schlimmsten Krise in der ganzen Geschichte und die Welt nähert sich einer Apokalypse.

       Wir haben unseren Fall so gut dargelegt, wie es geht; wir haben vor der Kirche und dem Urteil der Geschichte unsere Pflicht getan. Nun, so erlauben wir uns zu sagen, steigt die Pflicht auf Sie hinab, die dies lesen. Wir bitten Sie, die Evidenz zu betrachten und Ihr Urteil zu fällen, ein Urteil, dass es einen guten Grund gibt, die höchste Autorität der Kirche zu bitten, dass diese Männer verurteilt und ihre Handlungen korrigiert werden, um den Schaden den sie angerichtet haben zu korrigieren und so der Kirche und der Welt Gerechtigkeit zu geben.

Notes:

316 New York Times, 2. März 2002.

317 “Innerkirchliche Dokumente, zeigten, dass von der Mitte der Achzigerjahre bis in die Neunziger Kardinal Law und seine höchsten Mitarbeiter von dem Problem mit P. Geoghan, der schliesslich angeklagt wurde, über 130 Kinder in 30 Jahren missbraucht zu haben, Bescheid wussten. Im Februar wurde er zu neun bis zehn Jahren Gefängnis für die Misshandlung eines Zehnjährigen verurteilt. Nachdem die Rolle der Kirche in dem Schutz von P. Geoghan bekannt wurde, gab Kardinal Law örtlichen Staatsanwälten die Namen von über 80 Priestern, die des sexuellen Missbrauchs über die Jahrzehnte angeklagt worden waren.” “As Scandal Keeps Growing, Church and Its Faithful Reel,” New York Times, 17. März 2002.

318 Donald Cozzens, The Changing Face of the Catholic Priesthood (Liturgical Press, Collegeville, Minnesota 2002), p. 135.

319 CNN, 21. März 2001.

320 BBC Online, 2. März 2002.

321 Associated Press News, 1. März 2002.

322 Zenith News, 17. Februar 2002.

323 Zenith News, 22. Dezember 2000.

324 Associated Press Report und Photographie, 28. Februar 2002

325 Catholic News Service Report, 8. Mai 2001.

326 National Catholic Register, online-web edition, 28. April-5. Mai, 2002.

327 Catholic World News Service, 2. März 2002.

328 Catholic World News Service, 10. Jänner 2002.

329 London Times online, 12. Jänner 2002.

330 WorldNetDaily, 21. Dezember 2001.

331 Electronic Telegraph, 8. Mai 2001.

332 Electronic Telegraph, 2. März 2000.

333 Zenith News, 3. Juli 2002.

334 Cf. Mary Jo Anderson, “World Court Now a Reality,” WorldNetDaily, 11. April 2002.

335 Cf. Lee A. Casey, David B. Rifkin Jr., “The International Criminal Court vs. the American People,” Heritage Foundation Report, 5. Februar 1999.


          

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