Haus SeiteDie Letzke Schlacht Des Teufels - RückblickDie Letzke Schlacht Des Teufels - Vorwort des HerausgebersBroschüreAnordnung Nun bei post Oder Kreditkarte

Silvio Kardinal Oddi
Mario Luigi Kardinal Ciappi
Papst Johannes Paulus II
Bischof Joao Venancio

12. KAPITEL

Das dritte Geheimnis
gänzlich veröffentlicht

       Wenn, wie es der Fall zu sein scheint - und wie Millionen von Katholiken zu glauben scheinen - es im dritten Geheimnis mehr zu finden gibt als eine obskure Vision ohne eine Erklärung der Muttergottes von Fatima, wie sie auszulegen wäre, dann würde der fehlende Teil wie aussehen?

       Das Zeugnis jedes einzelnen Kenners des Geheimnisses, der über die Frage gesprochen hat, deutet auf eine Antwort: der fehlende Teil des dritten Geheimnisses von Fatima prophezeit einen katastrophalen Verlust des Glaubens und der Disziplin im menschlichen Element der Kirche hin, also eine grosse Apostasie.

       Nicht ein einziger Zeuge hat jemals geleugnet, dass das dritte Geheimnis das vorhersagt. Auch hat Schwester Lucia nie eines dieser Zeugnisse korrigiert, obwohl sie ihr ganzes Leben lang nie gezögert hat diejenigen zu korrigieren, die den Inhalt der Botschaft fehlrepräsentiert hatten.

       Wie wir gesehen haben, hat Papst Johannes Paulus II. anlässlich zweier Gelegenheiten in Fatima den wesentlichen Inhalt des dritten Geheimnisses selbst bestätigt. Es scheint völlig klar, dass der Papst versuchte uns zu sagen, dass das dritte Geheimnis sich auf die in der Heiligen Schrift vorhergesagte Apostasie bezieht. Warum sagte der Papst das nicht direkt und explizit, sondern in einer eher verborgenen Weise, die nur der Gelehrte verstehen würde? Es ist wahrscheinlich, dass er den aufmerksameren Zuhörern ein Signal sandte über das was er meinte, bald ganz veröffentlicht werden würde, nämlich das dritte Geheimnis. Wie sich herausstellte, hörten wir nur die Vision vom “Bischof in Weiss” und den Kommentar in BF.

       Die ersten beiden Teile des Geheimnisses sagen nichts über eine Apostasie in der Kirche. Genauso sagt die Vision des dritten Geheimnisses nichts darüber. Wenn alle Zeugen über eine grosse Apostasie sprechen, alle bisher veröffentlichten Teile der Botschaft von Fatima das aber nicht tun, dann ist der unausweichliche Schluss, dass ein Teil des dritten Geheimnisses uns vorenthalten wurde. Was würde dieser Teil besagen.

       Der logische Anfang bleibt bei der vielsagenden Phrase, die die römische Kurie sich so bemüht hat zu verdunkeln, als ob sie eine Fussnote zu Fatima wäre, nämlich: “In Portugal wird das Dogma des Glaubens erhalten bleiben etc.” Dieser Satz ist der einzige Hinweis auf eine Apostasie in der ganzen uns bekannten Botschaft.

       Was wäre der Sinn von der Erhaltung des Dogmas des Glaubens in Portugal zu sprechen, wenn nicht als eine Warnung, dass das sonst nicht der Fall wäre? Nachdem nun in der veröffentlichten Vision keine Worte der Muttergottes enthalten sind, muss das in der “Tonspur” derselben der Fall sein. Die Vision, so scheint es, ist das Resultat des katastrophalen Glaubensverlustes. Der Papst und die noch übrige Hierarchie werden verjagt und ausserhalb der halb ruinierten Stadt Rom getötet, vielleicht nach einem thermonuklearen Krieg (wir können nur spekulieren, da uns die Worte der Muttergottes fehlen).

       Das würde genau den Worten Kardinal Ratzingers von 1984 entsprechen, wo er zugab, dass das dritte Geheimnis sich auf die Gefahren für den Glauben, das Leben der Christen und damit auf die Welt bezieht. Auf dem symbolischen Niveau wären dann die Kadaver, die den Papst umgeben, während er sich zögernd dem Hügel nähert, wo die Soldaten ihn dann erschiessen, die Opfer der Apostasie und die halbruinierte Stadt der Zustand der Kirche während dieser Apostasie.

       Als Mutter Angelica am 16. Mai 2001 im Fernsehen feststellte, dass “wir nicht alles” veröffentlicht bekamen, “denn ich denke, es ist erschreckend,” so hatte sie sicher recht. Es gibt nichts Erschreckenderes als die Gefahr eine in der Kirche weit verbreiteten Glaubensverlustes, besonders wenn diese Gefahr “von oben” kommt, wie Kardinal Ciappi über das dritte Geheimnis sagte. Das Resultat dieser Gefahr, wenn sie nicht bezwungen wird, wäre die ewige Verdammnis von Millionen von Seelen. Und wer weiss, wieviele schon verloren gegangen sind durch den Verlust der heilbringenden Warnungen und Ratschläge im dritten Geheimnis?

       Die am 26. Juni 2000 veröffentlichte Vision allerdings spricht über nichts so Erschreckendes. Als der Papst in seiner Fatimapredigt von 1982 über “die Grundlage unseres Glaubens untergraben” sprach, so meinte er sicherlich die Unterwanderung des katholischen Glaubens. Das wissen wir aus der ständigen Lehre der Kirche. So sagt zum Beispiel das Credo des Athanasius: “Wer gerettet werden will, muss vor allem dem katholischen Glauben anhangen. Er muss diesen Glauben ganz und unverletzt erhalten; sonst wird er sicherlich auf Ewigkeit verloren gehen.” Der Verlust dieser Grundlage muss im dritten Geheimnis stehen. Wie unser Herr uns gewarnt hat: “Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, doch seine Seele dafür lassen müsste!” (Mk. 8:36). Wenn eine Person ihre Seele verliert für die Neuorientierung der Kirche, die neue Weltordnung, die Eineweltreligion oder das Versprechen für Frieden und Wohlstand in der Welt, so gewinnt er nichts, denn er wird in alle Ewigkeit in der Hölle schmoren. Alleine aus diesem Grund ist das dritte Geheimnis wichtig für uns. Es könnte gar nicht wichtiger sein, denn es betrifft ja das Heil unserer einzelnen Seelen. Es betrifft auch die Rettung der Seelen des Papstes, der Kardinäle, der Bischöfe, der Priester und aller Menschen überhaupt.

       Doch schauen wir etwas näher auf das Wesen des dritten Geheimnisses. Wie Kardinal Ratzinger 1984 zugab, betrifft das dritte Geheimnis Gefahren für den Glauben, Der heilige Johannes sagt uns, das das was die Welt besiegt der Glaube ist (1 Jo. 5:5). Damit also die Welt die Kirche besiegen kann, muss sie zuerst unseren Glauben überwinden!

       Das Geheimnis betrifft allerdings - noch näher gesehen - das Dogma des Glaubens. Die Muttergottes sprach über das in Portugal bewahrte Dogma des Glaubens, nicht einfach den Glauben. Warum hat sie sich so auf das Dogma bezogen? Sicherlich weil das dritte Geheimnis eine Prophezeiung ist, die das Dogma als das eigentlich Ziel derer identifiziert, die die Kirche von innen und von aussen bekämpfen. Wie der Herr uns selbst in der Schrift warnte: “Denn falsche Christusse und falsche Propheten werden sich erheben: sie werden Zeichen und Wunder tun, so dass, wenn es möglich wäre, sogar die Auserwählten verführt würden” (Mk. 13:22). Wie schon die arianische Krise zeigte, können unter diesen falschen Propheten auch Bischöfe und Priester sein. Wir können hier die Beschreibung Kardinal Newmans über diese Zeit zitieren: “Die vergleichsweise Wenigen, die treu blieben, wurden diskreditiert und ins Exil getrieben; der Rest waren entweder Blender oder Verblender.”305

       Was ist nun ein Dogma? Ein Dogma ist das, was die Kirche unfehlbar definiert hat. Dogma ist das was der Katholik glauben muss um Katholik zu sein. Die Dogmata des Glaubens bestehen aus den feierlichen und unfehlbaren Definitionen des Lehramtes, entweder durch den Papst alleine, indem er auf eine Weise spricht, die der Kirche klar aufträgt allgemein zu glauben, was er ausspricht, oder einem ökumenischen Konzil aller Bischöfe unter dem Vorsitz des Papstes, das solche verpflichtenden Dokumente herausgibt, oder durch das allgemeine und ordentliche Lehramt der Kirche.

       Was heisst “unfehlbar”? Die Unfehlbarkeit schliesst den Irrtum aus und so gilt das auch für die feierlichen Definitionen der Kirche. Wir wissen durch diese unfehlbaren Definitionen was der Glaube ist. Wenn wir an ihnen festhalten, dann können wir in diesen Gegenständen auch nicht getäuscht werden.

       Woher wissen wir, dass etwas als Artikel des Glaubens unfehlbar definiert wurde? Wir wissen das aus der Art und Weise, wie es präsentiert wurde.

       Es gibt vier grundsätzliche Wege der Kirche, uns die Lehre unfehlbar zu präsentieren:

       Erstens sind da die Glaubensbekenntnisse der Päpste und ökumenischer Konziien, die eine Art Liste der Glaubenssätze sind. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Credo das in der Heiligen Messe an Sonntagen etc. gebetet wird.

       Zweitens gibt es die feierliche Definition, in der der Papst (und ein Konzil) klar beabsichtigt, die Kirche zum Glauben verpflichtet, wie etwa die Definition der päpstlichen Unfehlbarkeit von 1870. Ein weiteres Beispiel ist die Bulle Ineffabilis Deus von 1854:

       ...kraft der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und Unserer [eigenen], erklären, verkünden und definieren Wir, dass die Lehre, welche festhält, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch die einzigartige Gnade und Bevorzugung des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechtes, von jeglichem Makel der Urschuld unversehrt bewahrt wurde, von Gott geoffenbart und deshalb von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben ist (DS 2803).

       Drittens gibt es die Definitionen des ordentlichen und unfehlbaren Lehramtes, die sich ohne feierliche Definition überall und immer in der Kirchengeschichte finden, wie zum Beispiel die - heute geleugnete - Tatsache, dass die Seele Christi vom ersten Augenblick ihres Daseins die unmittelbare Gottanschaung hatte.

       Viertens gibt es die Verurteilung von falschen Sätzen, Sätze die ein Katholik also nicht glauben darf. Wenn ein Papst oder ein Konzil einen Satz feierlich verurteilen, dann wissen wir unfehlbar, dass er falsch ist. Das beste Beispiel dafür ist der Syllabus von Papst Pius IX., indem er die 80 wichtigsten Propositionen des Liberalismus auflistet und feierlich als gegen den Glauben verurteilt (DS 2901-2980).

       Der Sturm auf die unfehlbaren Definitionen des Lehramtes verlief meistens auf die indirekte Weise. Die Definition wird normalerweise nicht direkt verleugnet, sondern durch Kritik und “Revision” untergraben. Die Neuerer in der Kirche sind nicht so dumm zu erklären, dass eine unfehlbare Lehre der Kirche falsch ist. In ihrer angeblichen “Erleuchtung” mögen diese Neuerer tatsächlich glauben, dass sie zum Wohl der Kirche die katholische Lehre “vertiefen” oder “entwickeln.” Aber der Effekt dieser Handlungen ist offensichtlich: die Untergrabung der unfehlbaren Definitionen der Kirche.

       Es ist unbestreitbar, dass seit dem Zweiten Vatikanum in der Kirche eine Menge Neuerungen als “Entwicklung” der katholischen Lehre ausgegeben wurden, obwohl sie wenigstens implizit die unfehlbaren Definitionen verneinen oder untergraben. Die Idee zum Beispiel, dass das Konzilsdokument Gaudium et Spes ein “Gegensyllabus” wäre, das den feierlichen Verurteilungen von Piux IX. widerspricht, unterminiert die ganze Integrität des unfehlbaren Lehramtes. Solches Gerede ist ein Angriff auf die Glaubwürdigkeit des Lehramtes der Kirche und somit ein Sturm auf das katholische Dogma selbst.

       Die nachkonziliare Attacke auf das Dohma kann nicht als “Entwicklung” oder “neue Einsicht” gerechtfertigt werden. Das erste vatikanische Konzil lehrt:

       Den Nachfolgern des Petrus wurde der heilige Geist nämlich nicht verheissen, damit sie durch seine Offenbarung eine neue Lehre ans Licht brächten, sondern damit sie mit seinem Beistand die durch die Apostel überlieferte Offenbarung bzw. die Hinterlassenschaft des Glaubens heilig bewahrten und getreu auslegten (DS 3070).

       Daher ist auch immerdar derjenige Sinn der heiligen Glaubenssätze beizubehalten, den die heilige Mutter Kirche einmal erklärt hat, und niemals von diesem Sinn unter dem Anschein und Namen einer höheren Einsicht abzuweichen (DS 3020).

       Daher ist es auch eine Angelegenheit des katholischen Glaubens, dass wir daran festhalten, dass seit dem Tod des letzten Apostels Johannes keine neue Lehre geoffenbart wurde und sich auch durch das Zweite Vatikanum kein neues Verständnis der Lehre ergeben konnte.

       Daher kann auch diese “Neue Lehre” und “Gegenlehre” über die wir seit dem Zweiten Vatikanum so viel hörten, nur Pseudolehre sein. Diese Pseudolehre wird subtil gelehrt. Wenn Pseudolehren unfehlbar gelehrten Sätzen widersprechen, dann müssen Katholiken sich an die unfehlbar gelehrten Sätze halten und die Pseudolehren ablehnen.

       Das Dogma des Glaubens kann nicht täuschen, aber Neuheiten können täuschen. Die Menschen können sich irren, Priester können sich irren, Bischöfe können sich irren und Päpste können sich irren, wenn sie nicht von ihrem Charisma der Unfehlbarkeit Gebrauch machen, wie uns die Geschichte in mehreren Beispielen zeigt.

       Papst Honorius zum Beispiel wurde nach seinem Tode vom dritten Konzil von Konstantinopel im Jahre 680 für die Hilfe und Zulassung von Häresie verurteilt und diese Verurteilung wurde durch Leo II. und späteren Päpsten bestätigt (DS 561-563).306

       Johannes XXII. (1316-1334), ein sehr gebildeter Papst, der auch die Waldenser, Jean Pouilly, Marsilius von Padova und Eckhard, 1331 und 1332 verurteilte, predigte dennoch, dass die seligen Toten die Gottanschaung bis zum Tag des Jüngsten Gerichtes nicht erhalten würden. 1333 schrieb er sogar ein Büchlein darüber und schickte es an die Universität von Paris. Der König von Frankreich rief die Inquisition und am 3. Jänner 1334 unterwarf sich der Papst und an seinem Totenbett schwörte er feierlich ab und überliess die Letztentscheidung seinem Nachfolger Benedikt XII. (DS 1000).

       Es gibt noch weitere Beispiele von Päpsten die versagten. Sogar der erste Papst, der heilige Petrus irrte sich, wie die Heilige Schrift zeigt. Petrus weigerte sich mit den bekehrten Heiden in Antiochia um das Jahr 50 zu Tische zu sitzen. Durch die Missachtung dieser Konvertiten gab er den falschen Eindruck, dass das Apostelkonzil von Jerusalem in seiner Lehre geirrt hatte, dass das mosaische Zeremonienrecht, einschliesslich des Verbotes für die Juden, mit unreinen Heiden zu Tische zu sitzen, die katholische Kirche nicht binden kann. Das war der Vorfall, für den der heilige Paulus Petrus öffentlich ins Gesicht verwies (Gal. 2:11).

       Ein weiteres Beispiel ist Papst Liberius (352-366), der 357 sich irrte, indem er das Credo, das die Arianer ihm vorlegten und das jeden Hinweis auf die Konsubstanzialität des Sohnes mit dem Vater ausliess unterschrieb. Er tat das nach zwei Jahren im Exil und unter der Bedrohung mit dem Tode. Und er irrte sich auch, indem er ungerechterweise den heiligen Athanasius verurteilte und exkommunizierte, obwohl dieser den Glauben verteidigt hatte. Liberius, der erste nicht unter die Heiligen gereihte Papst hatte unrecht, weil Athanasius die katholische Lehre, die beim Konzil von Nicaea unfehlbar verkündet worden war vertrat.

       Aus diesen Beispielen der Kirchengeschichte lernen wir, dass alles, was unserem Glauben vorgelegt wird, aus diesen Definitionen her beurteilt werden muss. Wenn also ein Kardinal, ein Bischof, ein Priester, ein Laie, oder sogar der Papst uns eine dem Glauben entgegenstehende Lehre vorlegt, dann wissen wir, dass diese Vorlage falsch ist und wir sie zu unserem eigenen Seelenheil zurückweisen müssen. So kann sich eben auch der Papst irren und er irrt sich, wenn er einem dem definierten Glauben entgegenstehende Lehre ausspricht. Das heisst nicht, dass die Kirche sich irrt, wenn das geschieht, sondern nur dass der Papst einen Fehler gemacht hat, ohne ihn der ganze Kirche aufzuzwingen.

       Dem Einwurf, dass einfache Laien oder auch Priester so hochrangigen Prälaten wie Kardinal Ratzinger nicht widersprechen können und erst recht nicht dem Papst, muss man zur Antwort geben: Das ist der Grund, warum es in der Kirche unfehlbare Definitionen gibt. Man weiss in dem Vergleich jeglicher Lehre mit den unfehlbaren Definitionen der Kirche, ob sie richtig oder falsch sind und nicht durch den Rang des Klerikers, der sie verkündet. Wie Paulus sagt: “Doch wenn wir selbst oder auch ein Engel vom Himmel das Evangelium euch anders verkünden würden, als wir es euch verkündet haben, der sei verflucht” (Gal. 1:8). Das heisst, die Gläubigen müssten sogar einen Apostel als “verflucht” betrachten, würde er der unfehlbaren Lehre der Kirche widersprechen. Deswegen konnten die Theologen Papst Johannes XXII. in seiner irrigen Lehre korrigieren und deswegen können die Katholiken heute richtige von falscher Lehre unterscheiden, auch wenn ihr Rang unter dem des irrenden Prälaten steht.

       Die Geschichte gibt uns auch ein Beispiel, was passieren kann, wenn einem Dogma in grossem Umfang widersprochen wird. Die Häresie des Arianismus verursachte zwischen den Jahren 320 und 381 eine katastrophale Verwirrung in der Kirche. Der Arianismus wurde im Jahre 325 verurteilt, aber um 328 erhob er sich wieder und ergriff bald über 90 Prozent der Bischöfe. In der sich daraus ergebenden Verwirrung und dem Glaubensverlust wurde sogar der grosse Heilige Athanasius durch Papst Liberius 357 “exkommuniziert.” Im Jahre 381 wurde der Arianismus dann durch das Konzil von Konstantinopel besiegt. Trotzdem hielt er sich noch hartnäckig unter den Goten, Vandalen und den Langobarden bis tief in das siebente Jahrhundert.

       Die arianische Krise kann uns noch eine Lehre sein über den wahrscheinlichen Inhalt des dritten Geheimnisses von Fatima. Einer der Gründe, warum die Arianer für einen beachtlichen Zeitraum erfolgreich waren, ist ihr Angriff auf ein Dogma, dass beim Konzil von Nicaea im Jahre 325 unfehlbar definiert worden war, nämlich, dass Christus Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater (consubstantialis) ist. (Diese Definition ist auch das Credo in der Heiligen Messe).

       In der folgenden Verwirrung spalteten die Arianer sich in mehrere Sekten, darunter auch die Semiarianer, die in einem Versuch der Versöhnung mit Nicaea im Jahre 336 das griechische Wort homoousion durch homoiousion ersetzten. Das Wort homoousion bedeutet consubstantialis, von ein und der selben Substanz mit dem Vater. Damit der Sohn Gottes mit dem Vater consubstantialis sein kann, muss Er nicht nur Gott sein, sondern Derselbe Gott wie der Vater, so dass die Substanz des Vaters die Substanz des Sohnes ist, obwohl die Person des Vaters nicht die Person des Sohnes ist. So sind da drei Personen in einem Gott, aber da ist nur ein Gott mit einer Substanz in drei Personen. Das neue Wort aber, homoiousion, heisst von gleichartiger, ähnlicher Substanz. So wird aus “eines Wesens mit dem Vater” ein “von ähnlichem Wesen wie der Vater.” So brachten die Semiarianer eine Massenverwirrung in die Kirche, indem sie den einen Buchstaben dem homoousion hinzufügten.

       Die Leute wurden zu Märtyrern, sie wurden verfolgt, in die Wüste getrieben, alles wegen dieses einen Buchstaben in einem unfehlbaren Dogma. Der heilige Athanasius wurde von der ägyptischen Synode fünfmal verjagt und verbrachte so 17 Jahre im Exil. Aber er hatte recht und die Synode hatte unrecht.

       Die feierliche Definition des Konzils von 325 war unfehlbar, aber damals verstanden viele Leute noch nicht, dass feierliche Glaubensdefinitionen unfehlbar sind. Aber 1870 definierte das erste vatikanische Konzil die Unfehlbarkeit der feierlichen Definitionen der Kirche.

       Heutzutage gibt es daher keine Entschuldigung, sich von einer Häresie umgarnen zu lassen und die Verteidigung der feierlichen Definitionen aufzugeben. Aber genau wie in der Zeit des Arius, geschieht das heute. Die Kirchenmänner beurteilen alles im Lichte des Zweiten Vatikanums, anstatt das Zweite Vatikanum im Lichte der unfehlbaren Definitionen zu beurteilen. Sie vergessen, dass die unfehlbaren Lehrsätze der Standard sind, an dem alle anderen Sätze gemessen werden müssen, so wie der Urmeter in Paris der Standard für den Meter ist und nicht ein 97 Zentimeter langer Stab. Entsprechend kann auch die Kirche nicht entscheiden, dass jetzt das Zweite Vatiknaum der Massstab ist.

       Deswegen beginnt das dritte Geheimnis mit dem Hinweis auf das Dogma. Deswegen sagte Schwester Lucia, es würde nach 1960 “viel klarer” sein. Wir leben ja auch offensichtlich mitten in der, in diesem Geheimnis vorhergesagten Katastrophe. Die Jungfrau sagte uns, dass das Geheimnis nach 1960 klarer sein würde, am Ende aber ihr Unbeflecktes Herz triumphieren würde. Letzteres ist noch nicht eingetroffen, also leben wir in genau der im dritten Geheimnis besprochenen Zeit.

       Seit dem Zweiten Vatikanum sind wir Zeugen einer nicht immer ganz subtilen Demontage der feierlichen Defintionen der Kirche. Wir hatten ein sogenanntes Pastoralkonzil, das sich weigerte etwas zu definieren, aber - wie viele sagen - sich gegen feierliche Definitionen wandte. Aber das Konzil wollte ja pastoral sein und nichts und niemanden verurteilen.

       Dennoch haben die Gläubigen ein Heilmittel gegen das Problem. Das Zweite Vatikanum hat keinen Gebrauch gemacht vom höchsten Lehramt und nichts definiert oder bindend verurteilt. Alles was dieses Konzil daher vorlegt, kann und muss im Lichte der unfehlbaren Definitionen beurteilt werden.

       Leider ist das aber nicht, was heute geschieht. Die Leute definieren den Glauben neu und im Lichte des Zweiten Vatikanums. Genau dieser Prozess muss es sein, was die Muttergottes meint, wenn sie sagt, dass das Dogma des Glaubens in Portugal erhalten bleiben wird, mit einem Wort woanders nicht. Diese Schlussfolgerung wurde ja auch vom Papst in seinen Predigten in Fatima 1982 und 2000 bestätigt. Er sagt uns, dass der katholische Glaube von innen untergraben wird (13. Mai 1982: “Die Grundlage der Erlösung ihrer Kinder...untergraben.”) und zwar vom katholischen Klerus (13. Mai 2000: “Ein Drittel der Sterne des Himmels...”). Das Wort “untergraben” bezeichnet eine Schwächung der Grundlage unseres Glaubens von innen. Ein aussenstehender Feind der Kirche greift sie von aussen an, ein Infiltrator von innen, wobei dieser Angriff unerwartet kommt und aller Wachsamkeit gering ist, denn man glaubt in dem Angreifer einen Freund zu sehen.

       Es gibt noch eine Quelle, aus der wir diesen Aspekt des dritten Geheimnisses durchleuchten können. 1963 veröffentlichte die deutsche Publikation Neues Europa was angeblich das dritte Geheimnis sein sollte: dass Kardinal gegen Kardinal, Bischof gegen Bischof stehen würde. Wir wissen, dass, als man ihn fragte, ob der Bericht aus Neues Europa veröffentlicht werden, Kardinal Ottaviani, der das dritte Geheimnis gelesen hatte - der eine sehr trockene Persönlichkeit hatte und gegenüber den meisten Erscheinungen eher zurückhaltend war - plötzlich sehr emphatisch ausrief: “Veröffentlichen Sie 10.000 Exemplare! Veröffentlichen Sie 20.000! Veröffentlichen Sie 30.000!”307

       Der Glaube kann auch durch Handlungen angegriffen werden und zwar offensichtlich oder subtil. Unsere Handlungen müssen unsere Worte bestätigen. Wir behalten unseren Glauben nicht nur durch das Erhalten der Lehren in unseren Gedanken, Worten und Schriftstücken, sondern auch durch das Hochhalten der frommen Praktiken der Kirche, denen wir beiwohnen. Durch das Einführen neuer Praktiken in der Ortspfarre (oder der Diözese oder sogar der universalen Kirche, wie das Kirchenlehrer für möglich hielten), die den Eindruck erwecken, dass die definierte Lehre nicht geglaubt werden muss, skandalisiert man die Kleinen und auch so manche gelehrte Seele durch diese Heteropraxis.

       Zum Beispiel wissen wir durch die dogmatische Definition des Konzils von Trient, dass Gott uns garantiert, dass die konsekrierte Hostie wirklich seine Realpräsenz ist, das heisst, der Leib und das Blut Christi mit Seiner Seele und Gottheit. Die protestantischen Rebellen wollten diesen Artikel des Glaubens verneinen und andere dazu bringen, dass sie es auch tun. So führten sie die Handkommunion ein. Durch diese symbolische Handlung würde ihre Häresie sichtbar werden.

       Die Heteropraxis wurde von den Feinden der Kirche in der jüngsten Zeit oft gebraucht, um die Leute vom Glauben an die Realpräsenz abzubringen. Deswegen war die Handkommunion jahrhundertelang verboten und ist auch durch das heutige Gesetz noch verboten. Der Indult, d.h. die Erlaubnis, den Buchstaben des Gesetzes hier nicht zu befolgen gilt auch nur, sofern diese Praxis nicht den Glauben an die Realpräsenz schmälert oder den Respekt für die Realpräsenz und keine Gefahr für die Partikel darstellt.308 Genau das geschieht aber immer, wie wir aus unserer eigenen Erfahrung mit dieser Heteropraxis sehen können.

       Die Praktiken aber, die die orthodoxe katholische Lehre aufrecht erhalten, nennt man Orthopraxis. Das schliesst die Kniebeuge vor dem Allerheiligsten ein, dessen Austeilung und Empfang auf die Zunge, den Platz des Tabernakels als Brennpunkt der Verehrung im Zentrum der Kirche und das feierliche Verhalten des Klerus im Presbyterium. Diese Orthopraktiken sind das Zeugnis für die Lehre, dass das Allerheiligste die Realpräsenz ist.

       Ein weiteres Beispiel für die Heteropraxis auf diesem Gebiet ist das Entfernen des Tabernakels in einen Seitenraum oder eine Besenkammer, so dass der zentrale Punkt der Aufmerksamkeit und der Verehrung der Sessel des “Zelebranten,” des “Vorsitzenden” über die “Versammlung” wird. Die Botschaft wird subtil mitgeteilt, dass nämlich die, in diesem Sessel sitzende Person wichtiger ist als das Allerheiligste. Und nachdem der “Vorsitzende” das Volk räpresentiert, wird subtil mitgeteilt, dass Gott weniger wichtig ist als die anwesenden Leute.

       Daher warnt uns das dritte Geheimnis vor sowohl der falschen Lehre als auch der Heteropraxis als Angriffe auf das Dogma des Glaubens.

       Wie wir heute sehen können, in diesem Ausbruch eines weltweiten massiven Skandals über das sexuelle Fehlverhalten von Mitgliedern der Priesterschaft, gibt es eine dritte Linie des Angriffs auf die Kirche in dieser Zeit der Krise: die moralische Korruption konsekrierter Seelen. Der Schwanz des Drachens fegt die Seelen vom Himmel, nicht nur durch Heterodoxie und Heteropraxis, sondern auch die Unmoral. Erinnern wir uns an die Bemerkung Schwester Lucias zu P. Fuentes:

       Der Teufel wünscht, die konsekrierten Seelen zu besitzen. Er versucht sie zu korrumpieren, um die Seelen der Laien einzuschläfern und sie so zu einer endgültigen Unbussfertigkeit zu bringen.

       Das was das Unbefleckte Herz Mariae und das Herz Jesu peinigen ist der Fall der Ordens- under Priesterseelen. Der Teufel weiss, dass Ordensleute und Priester, die von ihrer wunderschönen Berufung abfallen, viele Seelen mit in die Hölle nehmen.

       Als Ergebnis wird die Glaubhaftigkeit vieler Priester, die ihre Versprechen halten und den Glauben bewahren zerstört, zusammen mit der Glaubhaftigkeit der Kirche als Institution. Selbst wenn es gute Lehre und gute Praxis gibt, so werden ihre guten Auswirkungen oft zunichte, wenn die moralische Korruption die Glaubwürdigkeit der Kirche untergräbt.

       Aber wer findet sich im dritten Geheimnis als der Verantwortliche für die Unterminierung des Glaubens durch Heterodoxie, Heteropraxis und die moralische Korruption und den Fall der konsekrierten Seelen? Wir erinnern uns an die Offenbarung Kardinal Ciappis: “Im dritten Geheimnis wird vorhergesagt, unter anderem, dass die grosse Apostasie in der Kirche an der Spitze beginnen wird.” Somit liegt die Verantwortung zuerst und am meisten bei Männern im Vatikan. Darin sehen wir nicht nur die Erfüllung des dritten Geheimnisses, sondern auch der Warnung Papst Pius X. in seiner Enzyklika Pascendi Dominici Gregis: “weil sich die begünstiger jener Irrtümer bereits nicht mehr ausschliesslich unter den offenen Feinden finden” sondern “sich schon im Schosse der Kirche selbst, in ihrem Innersten verborgen halten.” Diese Feinde sind Laien und Kleriker “erfüllt und befleckt von den vergifteten Lehren, wie sie die Hasser der Kirche vortragen” und die sich zu “Erneuerern der Kirche” aufwerfen.309

       Pius X. besteht darauf:

       Es ist nur zu wahr, sie sind verderblicher und gefährlicher als alle anderen Feinde der Kirche. Denn nicht ausserhalb der Kirche, sondern, wie gesagt, innerhalb schmieden sie ihre Pläne zum Verderben der Kirche. Daher sitzt die Gefahr in den Blutadern der Kirche, in ihrem tiefsten Inneren; und der Schaden ist umso sicherer, je genauer jene die Kirche kennen.310

       An den Priesterseminaren und Universitäten lauern sie auf Professorenstellen, um dieselben nach und nach zu “Lehrstühlen der Pestilenz” zu machen.311

       Wir müssen diesen Leuten vor der ganzen Kirche klar und deutlich die Maske herunterreissen, die doch ihr wahres Wesen nur halb verhüllt.312

       Aber dann wird man fragen: “Wie wissen wir, wer im Klerus zu dem Drittel der Sterne gehört, auf die Johannes Paulus II. anspielt. Wie wissen wir, wer die Partisanen des Irrtums sind?” Die Antwort liegt wieder in dem, was unfehlbar definiert wurde. Diejenigen, die den Glauben bewahren, die an der Lehre Jesu festhalten, sind Freunde (Apok. 12:17). Die, die das nicht tun, sind Feinde. So wie unser Herr sagte: “An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen” (Mt. 7:16) Man kann wissen, wem man trauen kann, wenn man sieht, ob sie sich an den Glauben und die Lehre halten. Ein weiteres Zeichen ist, dass sie den katholischen Glauben auch leben.

       Als sich Papst Paul VI. im Jahre 1967 beschwerte, dass “der Rauch Satans” in die Kirche eingedrungen wäre und 1973 dass “die Öffnung zur Welt eine wahrhaftige Invasion der Kirche durch weltliches Gedankengut” geworden war, dann bestätigte er nur den Inhalt des dritten Geheimnisses. Das gleiche tat Johannes Paulus II. in seinen mehr verschleierten Bemerkungen von 1982 und 2000. Die ersten zwei Teile des Geheimnisses von Fatima warnen vor der Verbreitung der Irrtümer Russlands in der ganzen Welt. Das dritte Geheimnis, in seinem vollen Inhalt ist sicherlich eine Warnung, dass diese Irrtümer in die Kirche selbst eindringen werden und besonders durch “die Öffnung zur Welt” im Zweiten Vatikanum. Die Unterwanderung der katholischen Kirche durch freimaurerische, kommunistische, neomodernistische und homosexuelle Elemente sieht man in den ruinösen Resultaten ihrer Aktivitäten und dem Glaubenverlust unter den Katholiken in den Kirchenbänken.

       Denjenigen, die sich über die Behauptung, dass die Kirche einer solchen Katastrophe ausgesetzt sei, lustig machen, können wir nur entgegenhalten, dass sie blind sind und die Kirchengeschichte nicht kennen, die nämlich zeigt, dass etwas ganz Ähnliches schon geschehen ist. Kardinal Newmans Beschreibung des Zustandes der Kirche während der arianischen Häresie genügt um zu beweisen, dass die Lage der Dinge in der Kirche heute nicht ohne Präzedenzfall ist:

       Das Kollegium der Bischöfe versagte in ihrer Bekenntnis des Glaubens.... Sie redeten verschieden, einer gegen den anderen; da war nichts nach Nicaea von einem festen, unabweichlichen, beständigem Zeugnis während fast sechzig Jahren. Da gab es unvertrauenswürdige Konzilien, untreue Bischöfe; da gab es Schwäche, Furcht vor den Konsequenzen, Fehlleitung, Enttäuschung, Halluzination, endlos, hoffnungslos, sich in fast jede Ecke der katholischen Kirche ausweitend. Die vergleichsweise Wenigen, die treu blieben, wurden diskreditiert und ins Exil getrieben; der Rest waren entweder Blender oder Verblender.313

       Der springende Punkt von Kardinal Newmans Buch war, dass es die Laien waren, die sich an das definierte Dogma des Glaubens klammerten im Verein mit einigen guten Bischöfen wie dem heiligen Athanasius und den Glauben während der arianischen Krise am Leben erhielten. So ist es heute.

       Aber einer der grossen Unterschiede zwischen der arianischen Krise und der heutigen ist die viele Jahre vorher ausgerufene Warnung durch die Muttergottes und die von ihr gegebenen Mittel, die Krise durch die Befolgung ihrer in Fatima gegebenen Forderungen zu vermeiden. Die Kirche der im dritten Geheimnis enthaltenen Warnung beraubt zu haben, die Prophezeiung der Apostasie, die genau jene Männer betrifft, die der Kirche eine ruinöse Neuorientierung aufgezwungen haben und ihre Invasion durch den Feind erlaubten, vertuscht zu haben und so die Gläubigen daran gehindert zu haben, die Ursache von all dem erkennen zu können und sich dagegen zu bewaffnen, das ist ein weiteres Schlüsselelement des hier diskutierten Verbrechens.

       Die Vertuschung aber hatten nicht den vollen Erfolg. Die Botschaft von Fatima wurde nicht begraben. Die Skepsis bezüglich der Vollständigkeit der angeblichen Veröffentlichung des dritten Geheimnisses ist weit verbreitet und wächst. In dieser Erkenntnis versuchten Mitglieder der römischen Kurie am 17. November 2001 ein weiteres Begräbnis der Botschaft und verschlimmerten so ihr Verbrechen gegen die Kirche und die Welt.

Notes:

305 John Henry Cardinal Newman, On Consulting the Faithful in Matters of Doctrine (Sheed and Ward, Kansas City 1961), p. 77.

306 Durch seine Nachlässigkeit war Papst Honorius der Hauptverantwortliche für die Verbreitung der Monothelitischen Häresie, dass es in Jesus Christus nur den göttlichen Willen gäbe - ein Irrtum der implizit die wahre Menschheit Christi leugnet - obwohl er das im katholischen Sinne verstand, dass es nämlich zwischen dem göttlichen und dem menschlichen Willen Jesu Christi keinen Konflikt geben konnte. Diese Formulierung erlaubte aber den Monotheliten, die Existenz von nur einem Willen in Christus zu behaupten und dass der Papst damit übereinstimmte.

307 So das persönliche Zeugnis des emeritierten Kurienbeamten, Mons. Corrado Balducci gegenüber P. Gruner, Christopher Ferrara und anderen Zeugen. Diese Tatsache wird auch bezeugt von Marco Tosatti, Il Segreto non svelato (Das nicht entschleierte Geheimnis) (Edizione Piemme, Casale Monferrato, 2002), p. 86. Der Autor schreibt: “P. Mastrocola, Direktor eines religiösen Blattes Santa Rita bat Kardinal Ottaviani um die Erlaubnis, die Ankündigung aus Neues Europa neu aufzulegen. Die Antwort war ermunternd, aber im Lichte der ‘Enthüllung’ des Geheimnisses am 26. Juni 2000 peinlich: ‘Macht das, macht es ruhig,’ antwortete der pupurne Wächter des Geheimnisses, ‘veröffentlicht so viele Exemplare wie Ihr wollt, denn die Madonna wollte, dass es schon 1960 bekannt wird.’ Und über diesen Text sprach auch Radio Vaticana 1977, am zehnten Jahrestag der Reise Pauls VI. nach Fatima. Der Text aus Neues Europa erfuhr grosse Verbreitung, und wurde sogar am 15. Oktober 1978 vom Osservatore della Domenica aufgegriffen.”

308 Cf. Kongregation für den Gottesdienst Memoriale Domini, 29. Mai 1969, zitiert in: Austin Flannery, OP, Vatican II, the Conciliar and Postconciliar Documents (Costello Books Dublin 1975), pp. 148-153.

309 Pius X., Pascendi Dominici Gregis (Freude an der Wahrheit, no. 20, Wien 1991) pp. 3f.

310 Ibidem, p. 4.

311 Ibidem, p. 61.

312 Ibidem, p. 5.

313 John Henry Cardinal Newman, On Consulting the Faithful in Matters of Doctrine (Sheed and Ward, Kansas City 1961), p. 77.


          

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